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| 16:03 Uhr

Wassermangel
Fische in Not: Lage in der Oberlausitz ist dramatisch

Not-Abfischen in der Oberlausitz FOTO:
Petershain. Fischer Armin Kittner in Petershain mit dem Not-Abfischen beginnen müssen. Gewässer fehlt Sauerstoff. Von Danilo Dittrich

Bei Teichwirt Armin Kittner in Petershain (Landkreis Görlitz) zählt gerade jede Sekunde. Mit seinen Mitarbeitern muss er schnellstens einen seiner sechsundvierzig Teiche abfischen.

Seine Befürchtung ist, dass die Fische durch längeres Warten und den Wassermangel sterben könnten. Schon im Juli hatte Arnim Kittner seiner Angst um seine Fische Luft gemacht. „Der Wasserstand hier sinkt täglich, meine Teiche trocknen aus. Alle übrigen Wasserstellen sind proppenvoll mit Fischen“, schilderte er damals den Notstand. Zu diesem Zeitpunkt war der Wasserstand in seinen Teichen so gesunken, dass er mit Sandalen statt Gummistiefeln auf dem Grund umher wandern konnte. Jetzt stehen in seinen Teichen gerade einmal 1500 Kubbikmeter Wasser. Letztes Jahr um die Zeit waren es noch 40 000 – eine Katastrophe für den erfahrenen Teichwirt.

Jetzt muss er retten, was noch zu retten ist. Durch die Hitze und das frühe Abfischen – normalerweise hätten die Fische noch zwei Monate länger wachsen müssen – fallen die Schuppentiere kleiner aus. Kittner rechnet mit Einbußen von rund 40 Prozent. Am Dienstag kamen Armin Kittner und seine Mitarbeiter schon um 5.30 Uhr zur Arbeit, um die Karpfen und Schleien so früh wie möglich abzufischen.

2,5 Tonnen sind es, die aus dem Wasser gezogen werden. Normal sind 4,5 Tonnen! Armin Kittner ist geschockt: „Anfang des Jahres fehlte der Schnee, im April gab es keinen Regen. Dadurch haben Teiche und Felder trocken gelegen“. Das hatten wir noch nie solange ich Fischer bin und denken kann. Auch andere Kollegen können sich nicht erinnern dass es mal so dramatisch war“, erklärt der Fischer weiter.