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Nordstrand am Berzdorfer See wird erschlossen

Landrat Bernd Lange und Oberbürgermeister Siegfried Deinege durften mit fachkundiger Assistenz die ersten Baggeraushübe für die neue Straße tätigen.
Landrat Bernd Lange und Oberbürgermeister Siegfried Deinege durften mit fachkundiger Assistenz die ersten Baggeraushübe für die neue Straße tätigen. FOTO: U. Menschner/ume1
Görlitz. Der Bau einer neuen Straße bildet die Voraussetzung für touristische Investitionen. Am Ufer gibt es allerdings noch ein Problem. Uwe Menschner / ume1

Am Berzdorfer See hat der Bau der Erschließungsstraße für den Nordstrand begonnen. Diese führt über etwas mehr als einen Kilometer auf einem nicht mehr genutzten Bahndamm der Strecke Görlitz - Zittau von der Staatsstraße 111 (Weinhübler Straße) bis zum Hochplateau oberhalb des Ufers, wo sie in einen Kreisverkehr endet.

"Mit dem Bau der Straße schaffen wir die Voraussetzungen für die weitere Entwicklung in diesem Bereich unseres ,Haussees'", so der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege (parteilos).

Zusammen mit dem Straßenbau erfolgt eine umfangreiche Erschließung. So werden Leitungen für Trink- und Abwasser, Strom und Datennetze gelegt.

Der Nordstrand spielt als geplanter Standort eines Campingplatzes mit Ferienhaussiedlung eine wichtige Rolle für die touristische Entwicklung des Berzdorfer Sees. "Darüber hinaus sollen in dem Bereich ein Schiffsanleger und eine Rettungsstation entstehen", wie Petra Hinkelmann, Projektmitarbeiterin bei der LMBV, erklärt. Der Bergbausanierer fungiert als Träger der Baumaßnahme, die über den Paragrafen 4 des Verwaltungsabkommens zwischen Bund und Freistaat Sachsen zur "Erhöhung des Folgenutzungsstandards" finanziert wird. Die Gesamtkosten belaufen sich dabei auf 1,8 Millionen Euro. Die Stadt Görlitz, als künftiger Baulastträger, übernimmt einen Anteil von 360 000 Euro.

Im Vorfeld des Baus mussten umfangreiche naturschutzrechtliche Vorarbeiten geleistet werden. "Die Holzung der benötigten Flächen erfolgte im Januar und Februar. Seit März sind wir unter anderem damit beschäftigt, Amphibien und Reptilien einzufangen und umzusiedeln. So haben wir allein 240 Zauneidechsen umquartiert", berichtet LMBV-Projektmanager Jürgen Nagel.

Der alte Bahndamm, dessen Verlauf die neue Straße folgt, ist seit 40 Jahren nicht mehr in Betrieb: "Die Natur hat ihn sich komplett zurückgeholt." Er wurde im Zuge der Erschließung des Tagebaus Berzdorf aufgegeben, an dessen Ostseite die Bahnstrecke seitdem entlangführt. Fertiggestellt werden soll die Erschließungsstraße laut Jürgen Nagel im dritten Quartal 2018.

Als problematisch stellt sich derzeit noch der Schutz des Uferbereichs vor dem zeitweise doch recht starken Wellengang dar: "Wir beobachten hier eine starke Kliffbildung", erklärt Petra Hinkelmann - also eine erhebliche Zerklüftung des Ufers durch den Abtrag von Erdreich. Bislang versucht die LMBV, durch den Einbau großer Steine dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten. Die entsprechenden Arbeiten im Bereich des besonders betroffenen Nordostufers fanden im Frühjahr statt. Oberbürgermeister Siegfried Deinege wünscht sich eine andere Lösung "zwischen schön und zweckmäßig".