ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:05 Uhr

Hitze und Dürre
Niedrigwasser in Flüssen und Bächen bereitet Sorgen

Auch die Neiße führt Niedrigwasser. Normalerweise steht der Fluss an der Grenzbrücke Bad Muskau wesentlich höher. Das ist auch an den Brückenpfeilern zu erkennen.
Auch die Neiße führt Niedrigwasser. Normalerweise steht der Fluss an der Grenzbrücke Bad Muskau wesentlich höher. Das ist auch an den Brückenpfeilern zu erkennen. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Görlitz/Weißwasser. Landkreis Görlitz verbietet ab sofort die Wasserentnahme mittels Pumpen. Von Torsten Richter-Zippack

Die seit April anhaltende Trockenheit setzt auch den Oberlausitzer Flüssen und Bächen zu. Nach Angaben der Görlitzer Kreissprecherin Julia Bjar sinken die Wasserstände in den oberirdischen Gewässern zwischen Muskauer Faltenbogen und Zittauer Gebirge weiter. An manchen Pegeln der Oberläufe sei bereits der niedrigste jemals gemessene Abflusswert erreicht worden. Quellgebiete einiger kleinerer Gewässer führten kein Wasser mehr.

Inzwischen hat das Görlitzer Landratsamt die Wasserentnahme aus oberirdischen Gewässern mittels Pumpen verboten. Das Schöpfen mit Handgefäßen bleibt hingegen weiter erlaubt. Bislang sind der sächsischen Landestalsperrenverwaltung (LTV) keine dürre- und hitzebedingten ökologischen Schäden in den Gewässern bekannt geworden, sagt Sprecher Ronny Wecke. Allerdings habe der Angelverband die Behörde gebeten, bei Bau- und Unterhaltungsarbeiten ein besonderes Augenmerk auf die Fische zu legen. „Falls es dabei zu Unregelmäßigkeiten kommen würde, sollten die Tätigkeiten umgehend eingestellt werden“, sagt Wecke.

Nach Angaben von Julia Bjar ist davon auszugehen, dass es durch das Niedrigwasser in Verbindung mit den hohen Lufttemperaturen zu Beeinträchtigungen der Tierwelt in Flüssen und Bächen kommen kann. „Die dadurch bedingte Anreicherung von Nährstoffen aufgrund reduzierter Wassermengen kann zu einem vermehrten Wachstum von Wasserpflanzen führen“, so die Kreissprecherin Daher beginnen jetzt im August die Krautungen. Ein Fischsterben in Fließgewässern aufgrund der Wetterextreme ist dem Landkreis bisher nicht bekannt.

Die bislang letzten Niedrigwasserjahre in der Oberlausitz waren 2015, 2003 sowie 1981. An der Spree präsentiert sich die Situation unterhalb Bautzens indes noch recht entspannt. Dort reguliert die Talsperre die abzugebenden Wassermengen. Dennoch appelliert die Görlitzer Wasserbehörde zu einem sparsamen und überlegten Umgang mit dem kostbaren Wasser.