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| 18:00 Uhr

LR vor Ort
Nichts geht ohne Fördermittel

Lausitzer Rundschau in Uhyst.Foto:Joachim Rehle
Lausitzer Rundschau in Uhyst.Foto:Joachim Rehle FOTO: Joachim Rehle
Uhyst. LR vor Ort in Uhyst: Der Ausbau der Bautzener Straße rückt näher. Ein Gespräch zur Zukunft des Schlosses gibt es im März.

(rw) Die gute Nachricht kommt genau zur richtigen Zeit. Da im Haushaltsausschuss Finanzmittel umgeschichtet wurden, rückt der Straßenbau in Uhyst nun in greifbare Nähe. Es geht um die Bautzener Straße, die seit Jahren auf der Agenda des Landkreises steht. Nun gibt es die Zusage für die Förderung. Konkret geht es um 992 209,60 Euro, die in den Ausbau der Kreisstraße 8473 fließen werden. Boxbergs Bürgermeister Achim Junker (CDU) ist die Freude darüber ins Gesicht geschrieben, als die RUNDSCHAU diese Nachricht zu Beginn der Gesprächsrunde „LR vor Ort“ in Uhyst verkünden kann.

 Jetzt beginnen andere Herausforderungen. Denn bereits vor Längerem war darüber gesprochen worden, dass das Bauprojekt nur bei Vollsperrung umgesetzt wird. Schön wäre es, wenn in dem Zuge die Kurze Straße und die Schulstraße auch mit realisiert werden könnten. Es sind Gemeindestraßen. Doch ohne Förderung für Boxberg dreht sich auch dort kein Bagger. „Förderung hier, Förderung da. Ich kann es nicht mehr hören. Nichts geht ohne Fördermittel“, macht sich Johanna Gruner kurzzeitig Luft. Als Mitglied im Gemeindekirchenrat muss sie aber auch auf das Pferd setzen, soll der Glockenturm der schönen Uhyster Kirche saniert werden. Hier könnte möglicherweise das Leader-Programm helfen.

Nicht nur die Kirche ist ehrwürdig. Barockschloss, Schleiferei und Dannenberghaus warten darauf, wachgeküsst zu werden. „Das Schloss wäre die Initialzündung. Dann würde mit den anderen Gebäuden auch etwas passieren“, ist sich Johanna Gruner ganz sicher. Mitte März gibt  es deshalb eine Gesprächsrunde. Daran nehmen nicht nur der Eigentümer des Schlosses – er hat es jetzt im elften Jahr – sondern auch Landrat, Bürgermeister und Uhyster Vertreter teil. Man will einfach abfragen, wie es weitergehen soll mit dem Schloss. Das kann man übrigens kaufen. Beim Internetverkaufsportal ebay wird es für 369 000 Euro angeboten ...

Für Ines Bensch macht es auch eine Nummer kleiner. Der Weg zu ihrem Geschäft müsste abgezogen und ausgebessert werden, damit das Oberflächenwasser sein natürliches Gefälle finden kann. Wasser – das ist quasi Freud und Leid für die Uhyster und Drehnaer. Ein wunderschöner See und die Idylle der Spree sind das eine, aber problematische Gräben und Durchlässe sowie der Anstieg des Grundwassers sind die andere Seite der Medaille. So verweist Wolfgang Kühn auf den fehlerhaft gebauten Durchlass an der neuen Bahnstrecke. Gute 28 Zentimeter liegt der zu hoch, um überhaupt funktionieren zu können. „Die Bahn wird den Fehler beseitigen“, so Ortsvorsteher Frank Knobloch. Mit Bürgermeister Achim Junker ringen sie um eine Lösung für das Grundwasserproblem. Dafür sollen Gräben ertüchtigt und das Wasser in den Unterlauf der Spree geführt werden. „Ich hoffe, in den nächsten zwei, drei Wochen kriegen wir die entsprechende Antwort von der LMBV“, so Knobloch.

Uhyst beziehungsweise Boxberg sind auf Partner angewiesen, sollen Projekte angeschoben werden. Mit dem Zweckverband Nahverkehr spricht man, wenn es um die Gestaltung des Platzes am Haltepunkt Uhyst geht. „Einen Entwurf, wie das Gelände gestaltet werden kann, gibt es bereits“, informiert Junker. Die Wohnungsbaugesellschaft Weißwasser wird hingegen gefordert sein, wenn es um die Ertüchtigung der Blöcke an der Kur­zen Straße geht. Diese stammen vom Anfang der 80er-Jahre und wurden für die Umsiedler von Schöpsdorf gebaut. Neben der Sanierung an den Blöcken, muss auch die Parksituation geklärt werden. Von den 69 Wohnungen, die es in Uhyst gibt, sind 61 vermietet. Das sei gut, findet Frank Knobloch.

Zentral gelegen, bald wieder mit Bahnhalt, mit Gastronomie, Fleischerei, Bäcker, Blumenhaus und kleinem Laden hat Uhyst eine funktionierende Infrastruktur. Diese zu erhalten, so Ines Bensch, müsste auch im Interesse der Einwohner liegen: Soll heißen, geht vor Ort einkaufen.

Allerdings macht die Sparkasse Bauchschmerzen. Geld gibt es hier nur nur noch am Schalter. Und das auch nicht mehr lange. Das Geld­institut hat bereits vor längerer Zeit angekündigt, die Filiale bis 2020 zu schließen. Dann wird wohl die mobile Filiale vorfahren. Für den Tourismus alles andere als zuträglich.

Lausitzer Rundschau in Uhyst.Foto:Joachim Rehle
Lausitzer Rundschau in Uhyst.Foto:Joachim Rehle FOTO: Joachim Rehle
(rw)