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| 17:02 Uhr

Der Meeresgott lässt bitten
Nichts geht beim Rennen ohne Neptuns TÜV

Ehrenrunde für Neptun und seine Begleitung per Traktor. Reiner Marusch lässt sich die Tour nicht nehmen.
Ehrenrunde für Neptun und seine Begleitung per Traktor. Reiner Marusch lässt sich die Tour nicht nehmen. FOTO: Regina Weiß
Halbendorf. Groß Dübener Teams siegen beim Trabi-Cross und beim Schlauchbootrennen. Stimmungsvolle Sommerparty begeistert die Gäste.

Der WM-Fluch schafft es bis Halbendorf. So wie die deutschen Kicker ihren Titel in Russland nicht verteidigen konnten, haut es auch das Team Crazy am Samstagnachmittag aus dem Parcours. Beim Trabi-Cross sind andere schneller, müssen sich die Titelverteidiger eingestehen. 13 Teams, eins mehr als 2017, wollen es in diesem Jahr wissen. Wobei die Groß Dübener mit sechs Mannschaften schon mal bei der Anmeldung ein starkes Zeichen setzen. Allerdings das schönste Auto – was später auch von der Jury so bestätigt wird – haben Marko Heymann und Robert Artner aus Possendorf/Freital dabei. Die Possendorfer halten dem Trabi-Cross seit Jahren die Treue und wollen es diesmal mit dem Motto Super-Mario wissen. Das Auto hat die entsprechende Lackierung, das Outfit des Rennteams stimmt. Ansonsten geht der Trend eindeutig zur halben Rennpappe. Leichtigkeit läuft. Und Rizinus schmiert. Davon haben auch alle Zuschauer was, wenn sich der „Duft“ nach dem vielen Gasgeben übers Feld verteilt. Genau wie die sandigen Staubwolken, die beim Anfahren und Driften durch die Luft gewirbelt werden. Mensch und Maschinen wird in diesem Jahr einiges abverlangt. Da gehen Motoren und Rahmen in die Knie. So mancher Pilot muss seine Ersatzteile aus der Strecke fischen. Und doch ist es spannend. Gleich zwei Läufe müssen wiederholt werden. Einer sogar nach Einforderung des „Videobeweises“. Am Ende können Paul Matz und Oliver Robel jubeln. Sie tun es mit einem Bad in der Schlammgrube und strahlen danach mit der Sonne um die Wette. Mit Thomas Ruhland und Christopher Pullmann landet das nächste Groß Dübener Team auf Platz zwei. Die Possendorfer Teichfliegen mit ihrem Super Mario kommen auf den dritten Platz.

Kurz darauf lässt Neptun dann direkt in sein Gefilde bitten, aber nichts geht ohne seine TÜV-Abnahme. Die grüne Stirn legt sich angesichts der elf Gefährte beim Badewannenrennen bedenklich in Falten. Der RUNDSCHAU gegenüber gibt der Meeresgott zu, dass er so seine Zweifel hat, angesichts der Bauten, die sein Reich bezwingen wollen. Alte Zinkwannen, Konstruktionen aus Holz oder mit Styropor verkleidet, warten auf den Startschuss. „Da steht ja schon vor dem Start das Wasser drin“, so Neptun fassungslos. Für Irritationen sorgen dann die Flamingos. Da muss sogar die Jury abstimmen, ob ihr Renngefährt mitmachen darf. Doch Sophie Müller und Luisa Korla aus Friedrichshain argumentieren damit, dass es Kinderbadewannen sind, was da auf dem Surfbrett verbaut worden ist. Nicht nur, dass ihre „Badewanne“ besonders exotisch ist, sind sie unbenommen die schönsten Starterinnen beim Rennen, dass sich viele Festgäste nicht entgehen lassen. Später werden die Mädchen zu den Siegern der Herzen gekürt.

Das Badewannenrennen endet mit einem Sieg für „Mein persönlicher Favorit“ (Trebendorf). Auf den Plätzen folgen die Beach Boys, Cash‘s Leibeigener und die Taubstummen (alle Halbendorf). Im Halbfinale und im Finale um die Plätze eins bis vier gehen dann einige Besatzungen ungewollt vor dem Zieleinlauf baden und das sehr zur Freude des Publikums. Die Taubstummen zum Beispiel, doch die tragen es mit Humor und ziehen mit nur noch einer Hälfte ihres schwimmenden Untersatzes an Land. Neptun hatte es ja geahnt, dass manches abtauchen wird. Doch die Siegerehrung lässt er sich nicht entgehen. Immer dabei seine hübschen Nixen Jule und Debbie.

Samstagabend wird es dann bei der  Sommerparty so richtig stimmungsvoll. Die Double Drums sind spitze, auch wenn im großen Zelt noch viel Platz nach oben ist. Schade für die Musiker, die sich voll ins Zeug legen. Hauen sie doch mit ihren Stöcken auf allem rum, was ihnen unter die Finger kommt, und das klingt sensationell – Kochtöpfe, Mülleimer, Trittstufen von Leitern werden quasi vertont.

Hören- und vor allem sehenswert ist das Höhenfeuerwerk. Die Kanonade will gar kein Ende mehr nehmen. Und mit viel Ohhh und Ahhh bewundern die vielen Leute am Ufer, wie sich einige Bilder vom Himmel auf der Seefläche widerspiegeln.

Auf und an der Strandbühne übernimmt dann die Jugend das Zepter. Im Festzelt hebt die tanzende Menge ab mit den Party-Piloten. Weil diese schon beim Neptunfest 2017 für unbeschreibliche Stimmung gesorgt hatten, mussten sie einfach wiederkommen. In dieser lauwarmen Sommernacht, wie sie nicht schöner hätte sein können, kommen sich die Gäste vor wie in einem Touristen-Flieger – dicht an dicht stehen die Passagiere. Es tut der Stimmung aber keinen Abbruch.

Die gibt es auch beim Schlauchbootrennen am Sonntag. Den Groß Dübener Katzen gelingt es tatsächlich, den Pokal zu verteidigen. Obwohl sich die Neustädter mächtig ins Zeug legen und genau wie  Gastgeber Halbendorf auf der Spree trainiert haben, müssen sich diese mit dem zweiten beziehungsweise dritten Platz zufrieden geben. Aber da beim Rennen eh der Spaßfaktor obenan steht, können alle am Sonntagmittag damit leben. Zehn Teams sind am Start, darunter zwei Frauen-Mannschaften – die Löschbunnys Schleife sind eindeutig schneller im Ziel als die Aquateam-Damen.

Vor dem eigentlichen Wettkampf haben die Teilnehmer die Startfolge ausgetrudelt. Geschicklichkeit beim Stand-up-Paddeln ist angesagt. Auch hier haben die Groß Dübener die Nase vor.

Pokal verteidigt. Wenn es 2019 noch einmal gelingt, wollen die groß Dübener den Pokal ganz bei sich behalten.
Pokal verteidigt. Wenn es 2019 noch einmal gelingt, wollen die groß Dübener den Pokal ganz bei sich behalten. FOTO: Gabi Nitsche
Die Beach Boys aus Halbendorf legen sich beim Badewannenrennen ins Zeug. Sie landen auf dem zweiten Platz.
Die Beach Boys aus Halbendorf legen sich beim Badewannenrennen ins Zeug. Sie landen auf dem zweiten Platz. FOTO: Regina Weiß
Siegerfoto – Neptun und seine Nixen gratulieren dem Siegerbadewannenteam „Mein persönlicher Favorit“ aus Trebendorf.
Siegerfoto – Neptun und seine Nixen gratulieren dem Siegerbadewannenteam „Mein persönlicher Favorit“ aus Trebendorf. FOTO: Gabi Nitsche
Die Teams fordern beim Trabi-Cross alles von der Technik. Von den Sandwolken haben auch die Zuschauer was.
Die Teams fordern beim Trabi-Cross alles von der Technik. Von den Sandwolken haben auch die Zuschauer was. FOTO: Regina Weiß
Siegerehrung beim Trabi-Cross: Paul Matz und Oliver Robel stehen erstmals ganz oben auf dem Treppchen.
Siegerehrung beim Trabi-Cross: Paul Matz und Oliver Robel stehen erstmals ganz oben auf dem Treppchen. FOTO: Regina Weiß
Die Männer starten beim Schlauchbootrennen in der ausgelosten Reihenfolge. Rohne durfte als zweites Team ins Wasser.
Die Männer starten beim Schlauchbootrennen in der ausgelosten Reihenfolge. Rohne durfte als zweites Team ins Wasser. FOTO: Gabi Nitsche
Die Jungs von Double Drums in Aktion. Ihr Auftritt am Samstagabend war sehens- und hörenswert.
Die Jungs von Double Drums in Aktion. Ihr Auftritt am Samstagabend war sehens- und hörenswert. FOTO: Gabi Nitsche
Die Flamingos sind die Sieger der Herzen.
Die Flamingos sind die Sieger der Herzen. FOTO: Regina Weiß
Die Männer der Jet-Ski-Crew vom Partwitzer See zeigen ihr Können.
Die Männer der Jet-Ski-Crew vom Partwitzer See zeigen ihr Können. FOTO: Gabi Nitsche