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| 14:27 Uhr

Ehrenamtlich aktiv
Nicht allein beim Abschiednehmen

 Mandy Spretz gehört zu den 15 Teilnehmern, die am Befähigungskurs für Hospizhelfer teilgenommen haben. Nun wartet sie auf ihren ersten Einsatz. 
Mandy Spretz gehört zu den 15 Teilnehmern, die am Befähigungskurs für Hospizhelfer teilgenommen haben. Nun wartet sie auf ihren ersten Einsatz.  FOTO: Regina Weiß
Mühlrose. Mandy Spretz aus Mühlrose hat sich zum Hospizhelfer schulen lassen.

Seit 1991 ist Mandy Spretz Krankenschwester in Weißwasser. Ihre Arbeitsstelle ist die Intensivstation. Im Rahmen ihrer Arbeit hat sie bereits eine Palliative-Care-Ausbildung absolviert. Nun ist sie auch ehrenamtliche Helferin beim ambulanten Hospizdienst der Nieskyer Diakonissenanstalt Emmaus.

Diese hatte an Mandy Spretz’ Wirkungsstätte, dem Krankenhaus, an zwei Wochenenden zu einem Befähigungskurs für Hospizhelfer eingeladen. „Mein Interesse war geweckt, obwohl man doch denken müsste, dass die Arbeit auf einer Intensivstation, bei der es vordergründig um Leben und Gesundung geht, und die Arbeit eines Hospizhelfers, der doch eher mit dem Ende des Lebens und dem Tod in Verbindung gebracht wird, sich krass widersprechen. Doch so ist es eben nicht“, erklärt die 46-Jährige. Sehr wohl könne die Medizin viel: Leben retten, erhalten und verlängern. Doch oftmals verschwimmen die Grenzen, geht Leben in Tod über, trotz bester Medizin. Deshalb ist die Mühlroserin beruflich stets, aber auch schon privat an der Weggabelung gewesen, die nur zwei Richtungen weisen kann: Leben oder Sterben. „Das ist ein ganz schwieriges Thema, ohne Frage. Wer will schon gern in seinem Alltag über das Ende des Lebens nachdenken oder reden. Oftmals führen nur Krankheit und Trauer dazu, diese Themen hereinzulassen in unsere ,heile Welt’“, berichtet sie weiter.

Mit ihr waren weitere 14 Personen dem Aufruf gefolgt und haben sich bei den Kurstagen das erste Rüstzeug geholt, wie eine Begleitung aussehen könnte. Miteinander wurden intensive Gespräche geführt, voneinander gelernt, geweint, aber auch gemeinsam gelacht. Mandy Spretz ist froh, alle kennengelernt zu haben. Dabei ist ihr eins aufgefallen: Es ließen sich jene Personen schulen, die beruflich mit Sterben und Tod in Berührung kommen oder die einen lieben Menschen durch den Tod verloren haben. Sie alle eint eins: der Mut, Menschen, welche krank oder alt sind, welche das Ende ihres Lebens eben in absehbarer Zeit vor sich haben und deren Angehörige begleiten zu wollen. Denn das vermag ein Hospizdienst zu leisten, wenn es genug Ehrenamtliche gibt, die bereit sind, ihre Zeit, ihr Herz und ihre Hand anderen zu geben, damit diese nicht allein sein müssen auf dem schweren Weg des Abschieds.

„Ich hoffe, wir sind bereit für die Begleitung und den Dienst am Menschen auf ihrem letzten Weg. Denn nicht nur Begleiter geben viel, sondern auch die Begleiteten geben unheimlich viel zurück“, so Mandy Spretz. Für sie ist klar – wer sich mit dem Tode befasst, kommt nicht umhin, sich auch mit dem Leben zu befassen. „Dankbarkeit für, Demut vorm und Freude am Leben kann ich nur vielen Menschen wünschen und zwar bevor Krankheit und Verlust sie dazu zwingen.“

Auch dieses Jahr findet wieder ein Befähigungskurs für Hospizhelfer statt. Folgende Termine sind gesetzt: 8./9. Februar und 15./16. März. Der Veranstaltungsort ist Rietschen. Bei Interesse können sich Bürger unter der Rufnummer 03588 264135 oder per E-Mail m.noack@emmaus-niesky.de an Manuela Noack, die Koordinatorin ambulanter Hospizdienst, wenden.

(rw)