ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:44 Uhr

Neujahrskonzert mit Wermutstropfen

Gut 200 Gäste besuchten das Neujahrskonzert in Bad Muskau.
Gut 200 Gäste besuchten das Neujahrskonzert in Bad Muskau. FOTO: trt1
Bad Muskau. Stühle sind im Festsaal des Neuen Schlosses zu Bad Muskau am Sonntagnachmittag Mangelware gewesen. Über 200 Gäste haben sich das Neujahrskonzert angesehen. Torsten Richter-Zippack/trt1

Sämtliche Karten für die Veranstaltung, so war von der Stiftung "Fürst-Pückler-Park" als Organisatorin zu erfahren, sind bereits im Vorfeld verkauft worden. Unter den Besuchern befanden sich auch honorige Persönlichkeiten, beispielsweise Ehrenbürger Werner Manno, mittlerweile 102 Jahre alt, darüber hinaus der Görlitzer Landrat Bernd Lange oder Bürgermeister Andreas Bänder.

Die Besucher durften ein buntes Potpourri musikalischer Weisen genießen. Für das Programm zeichneten sich der Männergesangverein "1845" Bad Muskau, der Gemischte Volkschor "Eintracht" sowie das deutsch-polnische Quartett "Soravia" verantwortlich. Zu hören gab es unter anderem Volkslieder, die von Wald und Flur erzählen, den Canon "Dona Nobis" sowie diverse Schlager. Beispielsweise "Ramona" von Sänger Udo Jürgens oder "Heimweh" von Freddy Quinn. Beide Stücke wurden vom "Eintracht"-Chor unter Leitung von Björn Sobota dargeboten. Das Ensemble zählt laut Vereinschefin Hannelore Koschkar derzeit 28 Mitglieder. Das Durchschnittsalter bewege sich allerdings bei fast 70 Jahren. Jüngste Sängerin ist die 52-jährige Ute Schmidt. Als "Alterspräsidentin" fungiere Inge Milek. Mit ihren inzwischen 83 Jahren dürfe sich die gebürtige Bad Muskauerin im kommenden Jahr auf ein Dreifachjubiläum freuen. Zum einen feiere 2017 ihr Chor sein 140-jähriges Bestehen. Zum anderen singe Inge Milek dann dort bereits seit 70 Jahren mit. Nach Kriegsende hat ihr Großvater seine Enkeltochter erstmals zu den Gesangsproben mitgenommen. Und im Jahr 1947 bekam die Bad Muskauerin ihren Mitgliedsausweis für den Gemischten Chor, den sie noch immer besitzt. Und da aller guten Dinge drei sind, feiere Inge Milek 2017 auch ihre Eiserne Hochzeit. Bisheriger musikalischer Höhepunkt des Chores war in den 1980er-Jahren ein Auftritt im DDR-Fernsehen während der Sendung "Wenn schon denn schon" gewesen.

25 Herren bilden dagegen den Bad Muskauer Männergesangsverein, der im vergangenen Juli sein 170-jähriges Bestehen feierte. Die Stimmung während des Neujahrskonzerts war allerdings etwas gedrückt. "Unser Dirigent Klaus-Dieter Backert, der uns ein halbes Jahr musikalisch geführt hatte, verlässt uns wieder", benannte Vereinsvorsitzender Franz Klenner den Wermutstropfen. Ein Nachfolger sei bislang nicht in Sicht. An einem neuen Dirigenten führe jedoch kein Weg vorbei. "Wer entsprechende Erfahrung mitbringt, kann sich bei uns melden", lud Klenner ein.

Indes stehe der nächste Auftritt fast unmittelbar bevor. Denn der MGV "1845" lädt am 30. Januar zum Sängerfasching ins Kaffee König ein. Dort finden auch die Proben statt. Der Gemischte Chor trifft sich jeden Mittwoch ab 19 Uhr in der Krauschwitzer "Linde".

Auch zukünftig soll das neue Jahr auf diese Weise musikalisch begrüßt werden, waren sich schließlich alle einig. Das gemeinsame Singen der Ensembles während des Neujahrskonzertes jedenfalls wurde ein voller Erfolg.