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| 16:04 Uhr

Bauprojekt
Erstes Zeichen für die neue Ortsmitte

Schleife. Der Gemeinderat Schleife spricht sich einstimmig für den Neubau des Feuerwehrhauses in Rohne aus. Von Regina Weiß

Der Gemeinderat Schleife hat in dieser Woche einen ersten Schritt für die neue Dorfmitte von Rohne gemacht. Er hat sich einstimmig für den Neubau eines neuen Feuerwehrhauses entschieden. Dafür war eine Sondersitzung notwendig gewesen. Dass die Gemeinde das Projekt will, ist schon mehr als ein Jahr bekannt. Aber jetzt drängte die Zeit, sodass eine schnelle Entscheidung her musste.

Schleifes Bürgermeister Reinhard Bork (parteilos) erklärt, warum das so ist. Es drohte der Fördermittelverfall in diesem Jahr. Schleife hatte den Zuschuss beim Amt für Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises beantragt. Dort sichtet man jedes Jahr alle Begehrlichkeiten aus den Gemeinden und stellt eine Prioritätenliste auf. Schleife hatte den entsprechenden Platz für eine Förderung. Die Gemeinde hatte gehofft, einen Zuschuss von 90 Prozent für den Neubau zu bekommen. Doch die Zusage kam für nur 70 Prozent.

Das Gerätehaus ist die erste Maßnahme aus einem Paket, auf das sich die Gemeinden Schleife und Trebendor, die Leag, der Landkreis und die Staatsregierung am 22. Mai 2017 verständigt hatten. Dazu wurde ein Kabinettsbeschluss gefasst. Es geht um den Nachholbedarf in den Ortsteilen und Dorfteilen, die jahrelang wegen des drohenden Tagebaus auf gepackten Koffern saßen und nun nicht mehr der Kohle weichen müssen. Dieser Bedarf soll mit verschiedenen Maßnahmen wenigstens etwas wettgemacht werden.  Deshalb hatten die Schleifer auch weiter darum gerungen, die höhere Förderung zu erreichen. Doch in der vergangenen Woche musste der Bürgermeister diesbezüglich eine Absage in Kauf nehmen. Damit nicht auch noch die zugesicherten 70 Prozent flöten gehen – für 2019 hätte die Kommune einen komplett neuen Antrag stellen müssen –, wurde nun entschieden Nägel mit Köpfen zu machen. „Lieber der Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach“, begründet es Bork ganz pragmatisch. Wohl wissend, dass bei einer Gesamtsumme von rund 970 000 Euro die Eigenmittel in Höhe von 290 000 Euro nun aus dem eigenen Haushalt kommen müssen. „Und das trotz unserer angespannten Lage“, erklärt Bork weiter. Doch man wollte auch ein Zeichen setzen, dass es endlich losgeht. Zudem seien die Kameraden engagiert und haben sich den Neubau wirklich verdient. Der soll dort entstehen, wo das derzeitige Depot ist. „Es soll in der Ortsmitte bleiben, noch dazu, wo dort ja auch die neue Kita entstehen soll.“

Also muss auch der Abriss des jetzigen Gerätehauses eingeplant werden. „Aber erst mal wollen wir in diesem Jahr die Planung anfangen“, kündigt Bork an. Außerdem ist aus seiner Sicht mit Blick auf die Unterstützung vonseiten des Freistaates das letzte Wort noch nicht gesprochen. Im November bietet sich Gelegenheit, das anzusprechen, wenn Ministerpräsident Michael Kretschmer das Kirchspiel besucht.

Feuerwehrchef Andreas Pudel spricht für die Kameraden. „Wir freuen uns natürlich riesig, dass nach Jahren des Stillstands in Rohne, bedingt durch durch die unsichere Situation mit dem Tagebau Nochten, wieder was Neues geschaffen wird und unsere Arbeitsbedingungen wesentlich verbessert werden.“ Trotzdem gibt es aus seiner Sicht zwei Wermutstropfen. Einmal, dass die Gemeinde nun auch den Anteil übernehmen muss, wo man auf eine höhere Förderung aus Dresden gehofft hatte, und zum anderen braucht wegen des DIN-gerechten Neubaus wahrscheinlich die Schalmeienkapelle ein neues Domizil, weil für sie dann der Platz nicht mehr reichen würde. Aber dort würde bereits für eine Lösung Gespräche mit dem Ortschaftsrat und den Musikern laufen.