Die ehemalige Grube Babina im östlichen Teil des Muskauer Faltenbogens, also jenseits der Grenze, ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel von polnischen und deutschen Gästen. Der Geopfad ist bestens ausgebaut. Wer ahnt da, dass er sich auf dem Gelände des ehemalig größten Bergbauunternehmens, das es auf dem heutigen polnischen Gebiet des Muskauer Faltenbogens gab, befindet.
Der Weißwasseraner Friedemann Tischer ist für sein aktuelles Werk der heimatgeschichtlichen Beiträge für Weißwasser und Umgebung tiefer in diese Geschichte eingetaucht. „Der Bergbau im östlichen Teil des Muskauer Faltenbogens zwischen Muskau und Teuplitz“ ist mittlerweile Band fünf in seiner Reihe.
Es geht dabei um die Darstellung des Braunkohlebergbaus von Muskau, Lugknitz (Łęknica), Tschöpeln (Czaple), Quolsdorf (Chwaliszowice) bis Triebel (Trzebiel), Teuplitz (Tuplice) bis Läsgen (Łazy) von den Anfängen bis 1973. Dieser Zeitpunkt ist gesetzt, weil die Grube Babina als letzte bis dahin aktiv war.

Unterstützer für die Babina-Recherche in Bad Muskau und Łeknica

Friedemann Tischer wurde bei seinen Recherchen von der Vielzahl der Gruben mit ihren Grubenbahnen und den Nachweisen der eingesetzten Dampfmaschinen überrascht. Er hat sie in seinem Buch aufgenommen. Es gibt die Auflistung der Werkbahnen, der Lausitzer Eisenbahn sowie den Übersichtsplänen. Klar, wenn man sowohl in die Heimat- als auch die Eisenbahngeschichte vernarrt ist.
Dazu hat er auch lange Fakten und Daten ermittelt. Rund drei Jahre hat er sich teilweise sehr intensiv um das Zusammentragen des Materials gekümmert. „Anlass für mich war, dass eine Beschreibung der Bergbaus in diesem Teil des Faltenbogens noch fehlte“, so Tischer.
Über den West- beziehungsweise den Südteil gab es schon in Band zwei zu lesen. Besonderer Dank gilt laut Friedemann Tischer Holger Klein aus Bad Muskau und Krzysztof Czahajda aus Łęknica, die bei den Recherchen geholfen haben.

Der Autor der Babina-Geschichten hat mehrere Tage in Archiven zugebracht

Wer sucht, der findet. Deshalb war viel Arbeit in den Archiven notwendig. So hatte das Archiv in Jelenia Góra (Hirschberg) teilweise nach aktuelle Unterlagen, zudem sehr freundliche Mitarbeiter, wie Friedemann Tischer lobt. Sonst seien die Quellen in vielen deutschen Archiven verstreut. Aufgesucht hat er deshalb die Archive in Bautzen, Freiberg, Potsdam, Wernigerode und Magdeburg. Das sei jeweils Arbeit für mehrere Tage vor Ort gewesen.
Das Buch, das 240 Seiten stark ist, kostet 55 Euro. Rückfragen dazu sind beim Autor unter friedemann.tischer@waldeisenbahn.de möglich.