ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:30 Uhr

Neuer Kraftwerksblock in Boxberg am Netz

Das Kraftwerk Boxberg und im Vordergrund der Lausitzer Findlingspark im Boxberger Ortsteil Nochten (Landkreis Görlitz)
Das Kraftwerk Boxberg und im Vordergrund der Lausitzer Findlingspark im Boxberger Ortsteil Nochten (Landkreis Görlitz) FOTO: Matthias Hiekel (dpa-Zentralbild)
Boxberg. Nach fünfeinhalbjähriger Bauzeit hat der Energiekonzern Vattenfall am Donnerstag den neu errichteten Block im Braunkohlekraftwerk Boxberg (Sachsen) in Betrieb genommen. Nach Unternehmensangaben ist rund eine Milliarde Euro in die Anlage mit 675 Megawatt Leistung investiert worden. dpa/boc

Mit einem Wirkungsgrad von fast 44 Prozent gehöre sie zu den modernsten in der Erzeugung von Strom aus Braunkohle. Der heimische Rohstoff garantiere Versorgungssicherheit und ergänze die erneuerbaren Energien, erklärte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) laut Mitteilung.

Umweltverbände sehen in dem neuen Kohlekraftwerk dagegen ein „Auslaufmodell“. Nach Einschätzung von Greenpeace verdrängen erneuerbare Energien schon jetzt fossile Brennstoffe. Wenn die Sonne scheine oder der Wind stark wehe, müssten Kohlekraftwerke ihre Leistung drosseln. Volkmar Zschocke, Landesvorsitzender der Grünen in Sachsen, kritisierte den Ausbau des Standortes in Boxberg als großen Rückschritt für den Klimaschutz. Durch den neuen Kraftwerksblock steige der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase im Freistaat um jährlich fast fünf Millionen Tonnen.

Bereits 2000 war in Boxberg ein neu gebauter Block mit 907 Megawatt ans Netz gegangen. Zu dem ostsächsischen Energiestandort gehören außerdem zwei modernisierte 500-MW-Blöcke aus den Jahren 1978 und 1979. Das Kraftwerk mit einer Gesamtleistung von 2575 Megawatt könne rein rechnerisch Strom für mehr als vier Millionen Haushalte liefern, hieß es. Für die Versorgung des neuen Blocks hatte Vattenfall den 1999 stillgelegten Tagebau Reichwalde wieder aktiviert. In die Wiederaufnahme der Kohleförderung investierte der Konzern nach eigenen Angaben rund 350 Millionen Euro.