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| 14:51 Uhr

Stiftungen haben neuen Vorstand
Neuer Knatsch um Stiftungswahl

 Sandra Scherer (l.), Mirko Tschernik und Claudia Langer sind in den Vorstand  der beiden Trebendorfer Stiftungen gewählt worden. Die Wahl des Vorstandsvorsitzenden steht noch an.
Sandra Scherer (l.), Mirko Tschernik und Claudia Langer sind in den Vorstand  der beiden Trebendorfer Stiftungen gewählt worden. Die Wahl des Vorstandsvorsitzenden steht noch an. FOTO: Christian Köhler
Trebendorf. Ein neuer Vorstand ist in Trebendorf gewählt. Nicht alle sind damit zufrieden. Der Bürgermeister muss Stellung beziehen. Von Christian Köhler

Im Dezember hat in Trebendorf die Wahl der neuen Stiftungsräte angestanden. Für „Leben in Trebendorf“ und „Zukunft Trebendorf“ sind jeweils drei Gemeinderäte und drei Bürger gewählt worden. Das sind die Räte Uwe Radtke, Frank Gärtig und Robert Sprejz. Als berufene Bürger sind René Mettke, Wolfgang Zech und Stefan Kowalick in die jeweiligen Räte gewählt worden. Noch vor Weihnachten, so berichtet Bürgermeister Waldemar Locke (CDU), hatte die erste konstituierende Sitzung stattgefunden. Anfang des Jahres wurde ein neuer Stiftungsvorstand gewählt. Während den Stiftungsratvorsitz der Bürgermeister innehat – er setzte sich gegen Wolfgang Zech durch –, sind in den Vorstand Claudia Langer, Mirko Tschernik und Sandra Scherer gewählt worden. Die Räte Norbert Struck und Andreas Fabian bleiben vorerst im Stiftungsvorstand.

„Ich finde es schade, dass dem neuen Vorstand so viel Missgunst vom alten Vorstand entgegengebracht wurde“, erzählt Claudia Langer bei der Gemeinderatssitzung am Mittwoch. Die 30-jährige Leag-Mitarbeiterin hofft, dass der neue noch alle Unterlagen vom ehemaligen Vorstand erhält. Die 35-jährige Sandra Scherer stellt klar: „Wir haben uns nicht aus Jux und Dallerei zur Wahl gestellt, sondern wir wollen uns für unsere Gemeinde einbringen.“ Der Wirtschaftsinformatikerin sei zum Vorwurf gemacht worden, dass sie derzeit noch in Weißwasser wohnt, obwohl sie seit Jahren – wie Claudia Langer – in der Trebendorfer Wehr Mitglied ist und Trebendorferin ist und bereits einen Bauantrag für ein Haus in der Gemeinde gestellt hat. „Demokratie funktioniert so, dass sich auch einmal mehr Leute zur Wahl stellen und nicht nur so viel, wie in den Vorstand kommen“, sagt sie. Der 41-jährige Steuerfachangestellte Mirko Tschernik hofft unterdessen, dass für die nächsten fünf Jahre eine gute Zusammenarbeit möglich wird. Auch er ist Mitglied in der Feuerwehr des Ortes.

„Ich hoffe, dass ihr keine Lobbyisten seid“, richtet sich Gemeinderat Klaus Rohrbach an die „Neuen“. Es bereite ihm Kopfschmerzen, dass alle drei Mitglieder bei der Feuerwehr sind. „Es wäre besser, aus jedem Verein wäre einer im Vorstand“, sagt er. Bürgermeister Waldemar Locke wiederum entgegnet, dass bei der Vorstandswahl „auch Leute aus anderen Vereinen da waren, aber nun einmal nicht gewählt wurden“. Auch der alte Vorstand habe sich zur Wahl gestellt, sei allerdings ebenfalls nicht gewählt worden.

Ratsmitglied Tilo Niemz, der seit 2013 im Stiftungsrat tätig war und nun nicht wiedergewählt wurde, wiederum behauptet, nicht über den Wahltermin informiert gewesen zu sein. „Aber ich habe persönlich die Einladung in deinen Briefkasten getan“, entgegnet der Bürgermeister. In der Folge entwickeln sich heftige  Wortwechsel zwischen Locke und Niemz. In diesem Zusammenhang berichtet der Bürgermeister, er habe über den Jahreswechsel eine Stellungnahme für die Rechtsaufsichtsbehörde des Landkreises schreiben müssen, weil die Wahl der Stiftungsräte wegen einer angeblichen Befangenheit eines Ratsmitgliedes nicht rechtskonform gewesen sei. Der Name des Schreibers an das Landratsamt ist öffentlich nicht bekannt geworden. Die Wahl aber sei rechtskonform, hieß es. „Wo konnte man sich denn melden, wenn man in den Vorstand will“, hakt Tilo Niemz weiter nach. „Wir haben stiftungskonform gehandelt und die Einladungen sind rausgegangen“, entgegnet der Bürgermeister. Er habe zudem Wolfgang Zech über alles informiert. Ratsmitglied Norbert Struck erinnerte daran, dass 2008 davor gewarnt wurde, dass sich die Gemeinde nicht wegen des Geldes verstreitet. Ob seine Erinnerung auf fruchtbaden Boden fällt, wird die Zukunft zeigen. Nicht mehr im Stiftungsvorstand sind nun Ariane Kraink, Bodo Schmidt und Birgit Seifert.

Insgesamt zwei Fonds mit einem Gesamtwert von neun Millionen Euro hatte 2008 der Bergbaubetreiber Vattenfall Trebendorf im Rahmen der Umsiedlung überlassen. Damit das Geld nicht – etwa im Falle eines defizitären Haushaltes der Gemeinde – ungenutzt aufgezehrt wird, sind zwei Stiftungen gegründet worden: „Leben in Trebendorf“ (Förderung des Vereins- und Gemeinschaftslebens) und „Zukunft Trebendorf“ (Förderung der Gemeindeentwicklung).