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| 02:59 Uhr

Neue Variante führt Radler auf die Eisenbahnbrücke

Bad Muskau. Bauprojekte sind in Bad Muskau selten einfach. Das wiederholt sich beim Radweg zur Eisenbahnbrücke wieder. Grundstücksprobleme, Eidechsenumzug und neue Planungen sorgen für Verzögerungen, wobei nicht mehr viel Zeit bleibt, um den Bau umzusetzen. Regina Weiß

Die gute Nachricht: Die Eisenbahnbrücke über die Neiße hat die längste Zeit vor sich hingerostet. "Die polnische Seite hat mit den Arbeiten begonnen", ist Bad Muskaus Bürgermeister Andreas Bänder (CDU) froh, dass dort was passiert. Nachdem er längere Zeit auf aussagefähige Informationen vom Projektpartner Landkreis Zary gewartet hatte, sorgte sein Bürgermeisterkollege aus {Lstrok}ek nica nun für Aufklärung.

Bad Muskaus Partnerstadt ist nun auch Eigentümer der Brücke. Die Polnische Bahn hat das Bauwerk, über das nach dem Krieg nie wieder ein Zug rollte, an die Kommune übertragen.

Wo jetzt noch Schienen entlangführen, sollen künftig Radler entlangfahren. Auf der polnischen Seite wird der Weg bis Tuplice (Teuplitz) fortgeführt. Dafür wird die alte Eisenbahntrasse genutzt.

Derweil hat sich die Stadt Bad Muskau um die Anbindung des Radweges auf ihrer Seite gekümmert. Realisiert wird das Projekt nach einer kompletten Umplanung. Die Stadträte haben in ihrer jüngsten Sitzung der Genehmigungsplanung zugestimmt.

Sollten in der ursprünglichen Variante der Radweg bis an den Bahnhof geführt und damit der Anschluss zur Bahnhofstraße hergestellt werden, hat sich das nicht umsetzen lassen. Der Plan scheiterte an Grundstücksfragen.

Für die neue Variante hat die Stadt nun ein 1000 Quadratmeter großes Grundstück erworben. Die Radwegeanbindung wird damit kürzer und preiswerter. War anfangs bei dem viel diskutierten Projekt von rund 500 000 Euro die Rede, sind es nun laut Bürgermeister Andreas Bänder (CDU) noch rund 265 000 Euro. Dafür wird nun einer Rampe gleich eine Zuwegung zum Bahndamm/künftiger Radweg gebaut. Die Rampe wird eine Steigung von fünf Prozent haben. Ein Geländer wird für Sicherheit sorgen. Zudem sei die Anfahrt nicht mehr so steil, wie bei der ursprünglichen Planung vorgesehen.

Die Rampe trifft vor den Gärten an der B 115 auf die Straße. Eine Querungshilfe - wahrscheinlich eine Verkehrsinsel - soll den Radfahrern den sicheren Übergang zum Oder-Neiße-Radweg ermöglichen. Die Stadt "schlägt mit dieser Klappe eine weitere Fliege": Sie bremst die Geschwindigkeit der Autofahrer am Ortseingang ab. Weiterhin ist geplant, das Orts eingangsschild hundert Meter in Richtung Krauschwitz zu "schieben".

Gleichfalls werden zwei Bushaltestellen neu gestaltet. Damit ist die Zeit vorbei, dass Busreisende beim Aussteigen im Straßengraben landen.

Mit der neuen Variante bleiben der Stadt zudem die Kosten für den Umzug der Zauneidechsen erspart, der beim ursprünglichen Radwegeprojekt gedroht hätte.

Gefördert wird das Vorhaben aus dem deutsch-polnischen EU-Projekt. Es ist ein weiterer Abschnitt des "Abenteuers mit der Lausitzer Neiße".

Das Geld muss noch in diesem Jahr verbaut werden. Bad Muskau hat die Ausschreibung jetzt erst auf den Weg gebracht. Daher kann die Vergabe nicht wie geplant in der nächsten Stadtratssitzung erfolgen.

Fördermittel von rund 2,05 Millionen Euro sind für den jetzigen Projektabschnitt "Abenteuer mit der Lausitzer Neiße" bewilligt worden. Der Zuschuss betreffe Ausgaben auf der deutschen und der polnischen Seite der Grenze, die von den am Projekt beteiligten Partnern (Kreis Zary, Bad Muskau und Gemeinde Zgorzelec) geplant sind.