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Neue Turbine im Kraftwerk Boxberg eingesetzt

Rico Morgenstern, Kraftwerksleiter Thomas Hörtinger, KSC-Mitarbeiter Winfried Pfeiffer und Tino Schöne vor dem überprüften Kraftwerksblock Q in Boxberg.
Rico Morgenstern, Kraftwerksleiter Thomas Hörtinger, KSC-Mitarbeiter Winfried Pfeiffer und Tino Schöne vor dem überprüften Kraftwerksblock Q in Boxberg. FOTO: Christian Köhler
Boxberg. Eines der größten Projekte im Kraftwerk Boxberg in diesem Jahr ist erfolgreich abgeschlossen worden: Die Hauptrevision des Blocks Q kostete laut Kraftwerksleiter Thomas Hörtinger etwa 32 Millionen Euro. Das bleibt jedoch nicht die letzte Investition am Standort Boxberg in 2016. Christian Köhler

Die Erleichterung über die erfolgreich abgeschlossene Hauptrevision des Blocks Q im Kraftwerk Boxberg steht Kraftwerksleiter Thomas Hörtinger ins Gesicht geschrieben. Am 23. Juli musste der Block für die Instandhaltung für zehn Wochen vom Netz genommen werden. Bis zum 23. September arbeiteten 65 Dienstleistungsfirmen mit mehr als 800 Mitarbeitern sowie 240 Vattenfall-Mitarbeiter an der Generalüberholung des Blocks. "Hinter uns liegt ein enormer logistischer und planerischer Aufwand", berichtet der Kraftwerksleiter am Freitag.

Normalerweise werden bei einer gesetzlich vorgeschriebenen Hauptrevision etwa zwei Jahre Vorlauf benötigt. Weil aber alte ersetzen sollte, haben die Verantwortlichen schon vor gut fünf Jahren mit der Planung der Generalüberholung begonnen. Siemens hat in Mühlheim 2014 die neue Turbine fertiggestellt, die über den Seeweg nach Dresden und später über Schwerlasttransporte in die sächsische Lausitz gebracht worden war. Fingerspitzengefühl sei nötig gewesen, um die 150 Tonnen schwere Maschine einzusetzen.

"Sie hat einen Wirkungsgrad von 91,97 Prozent", berichtet der Leiter der Instandhaltung am Standort Boxberg Rico Morgenstern. Noch lägen keine Messergebnisse vor, aber die Verantwortlichen erhoffen sich von der Investition eine Effizienzsteigerung bei der Energiegewinnung. Das Kraftwerk selbst hat einen Wirkungsgrad von etwa 42 Prozent.

Insgesamt hat der ehemalige Kraftwerksbetreiber Vattenfall nach Angaben von Thomas Hörtinger 32 Millionen Euro während der Hauptrevision in den Block investiert. "Darunter sind auch 2,2 Millionen Euro in den Ausbau der Umwelttechnologie geflossen", sagt er. Man wolle sich auf eine mögliche, weitere Absenkung der Emissionswerte durch die Bundesregierung vorbereiten, hieß es. Darüber hinaus sind im Kesselhaus des Blocks der Dampferzeuger generalüberholt, amtliche Druckprüfungen durchgeführt und Ausbesserungsarbeiten am Kühlturm vorgenommen worden.

Ab dem heutigen Samstag wiederum steht eine weitere Überprüfung im Kraftwerk an. Nun geht es um den Block P. "Ziel ist es, den Block bis zum 23. Oktober wieder ans Netz zu bekommen", erläutert Thomas Hörtinger. Mit Kosten von etwa drei Millionen Euro soll der Zustand dieses Blocks ermittelt werden, sodass anschließend über das weitere Vorgehen bei der Hauptuntersuchung entschieden werden kann.

Die Zukunft des Kraftwerkstandortes Boxberg mit seinen gegenwärtig 564 Beschäftigten und 81 Azubis sieht Thomas Hörtinger gerade durch die EPH-Übernahme gesichert. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat erst jüngst die Ausbildung im Kraftwerk erneut ausgezeichnet. Außerdem sei man mit den Investitionen in das Werk "für die kommenden Jahrzehnte Garant für eine sichere Energieversorgung", so der Kraftwerksleiter. Zwar sei der Strompreis derzeit zu gering, um Spielraum für weitere, größere Investitionen zu schaffen, aber "an der kontinuierlichen Überprüfung der technischen Anlagen und des Arbeitsschutzes für unsere Mitarbeiter ist auch der neue Betreiber gebunden."

Die Bedeutung des Kraftwerkes für mittelständische Unternehmen in der Region hoben Winfried Pfeiffer und Tino Schöne vom Kraftwerksservice Cottbus (KSC) hervor. "Mit Aufträgen wie die bei der Hauptrevision werden hunderte Arbeitsplätze außerhalb des Kraftwerkes gesichert", sagt Pfeiffer stellvertretend für alle Dienstleister des Lausitzer Energieerzeugers.