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| 16:13 Uhr

Deutsch-sorbischer Schulkomplex
Neue Schule kostet jährlich fast 400 000 Euro

Andreas Schröter von SLB-Bautzen bereitet die Deckenschalung für den Neubau des deutsch-sorbischen Schulkomplexes in Schleife vor. Bereits 80 Prozent der Stahlbeton-Seitenwände stehen bereits.
Andreas Schröter von SLB-Bautzen bereitet die Deckenschalung für den Neubau des deutsch-sorbischen Schulkomplexes in Schleife vor. Bereits 80 Prozent der Stahlbeton-Seitenwände stehen bereits. FOTO: Joachim Rehle
Schleife. Die Schleifer Gemeinderäte bringen Bauaufträge im Wert von 3,2 Millionen Euro auf den Weg und klären Details zur Innengestaltung. Von Regina Weiß

Die „Variante Ingo Herschmann“ kommt zum Zuge, wenn es um die Innenraumgestaltung des neuen deutsch-sorbischen Schulkomplexes in Schleife geht. Der Mulkwitzer Gemeinderat hat nicht etwa bei den Gestaltungsvorschlägen selbst Hand angelegt, sondern er hat am Dienstagabend ganz schwungvoll die Diskussion in die richtige Richtung gelenkt, sodass Bauamtsleiter Steffen Seidlich diese Variante zum Amüsement aller so betitelte.

Die Räte mussten über Details der Innenraumgestaltung der künftigen Bildungseinrichtung entscheiden. Dafür konnten sie schon mal bildlich durch die Schule wandeln. Denn Sandra Franke von Generalplaner Bauconzept zeigte ihnen die Klassenräume der Grund- und Oberschule, die Mensa, die Sporthalle bis hin zu den Sanitärräumen. Das Farbkonzept, das auch bei der Außengestaltung schon eine Rolle gespielt hat und das von Grün und Gelb bestimmt wird, setzt sich im Inneren fort. Wobei dort das Ganze noch kräftiger leuchtet, auch wenn die Farbtöne abgestimmt sind, sodass man sofort sieht, in welchem Schulteil man sich befinden, erklärt Sandra Franke.

Grünen Adern gleich zieht sich das Linoleum durchs Schulhaus. Die Aufenthaltszonen haben dagegen einen grauen Fußboden. Das alles ist in Diskussionen mit den künftigen Nutzern abgestimmt worden. Wie Antje Schraps von Bauconzept berichtet, habe man in zwei Runden mit Vertretern von Ober- und Grundschule sowie Hort zusammengesessen, um die Details zu besprechen.

Drei Punkte hat jetzt der Rat während seiner Sitzung zu entscheiden. Und jetzt kommt Ingo Herschmann ins Spiel. Er sieht als die gelungenste Variante: die sorbische Linde als Logo auf Akzentwänden und Türen, die großen Piktogramme beispielsweise auf Toilettentüren – „Es ist eine entscheidende Frage, da kann es um Sekunden gehen.“ – und die Wandgestaltung in den Turnhalle-Gängen – Sportler, die Streifen hinter sich herziehen. Dem kann sich der Rat nur anschließen.

Die Abgeordneten sind am Dienstag gleich mehrfach gefordert, was die neue Schule angeht. Bauaufträge im Wertumfang von rund 3,26 Millionen Euro werden auf den Weg gebracht. Es geht konkret um Fenster und Außentüren, die Regen­entwässerung, die Fassade samt Klinkern sowie die Dachklempnerarbeiten und den Gerüstbau. Die Aufträge gehen alle einstimmig an Firmen aus Forst, Krauschwitz, Bischofswerda, Weißenberg und Dresden.

Laut Bauamtsleiter Steffen Seidlich meinte es der Winter bislang gut mit dem engen Zeitplan. „Wir hoffen, dass es keinen strengen Frost mehr gibt“, so Seidlich weiter. Als Nächstes stehe die Bodenplatte der Turnhalle an, wo Beton fließen soll. Ansonsten wachsen die Stahlbetonwände für die Grundschule. Dort komme als Nächstes die Decke drauf.

Auch wenn es noch bis 2019 braucht, bis die neue Schule in Betrieb gehen kann, ging es am Dienstag um Betreibungskosten des Komplexes. Antje Schrabs hatte dafür im Herbst vergangenen Jahres Zahlen, Zeiten, Gebühren, Beiträge, Tarife und Ausstattungsmerkmale gesammelt. Das fing bei der Schülerzahl an und reichte über die Waschbecken bis hin zu den Wartungen der Feuerlöscher.

Am Ende der Zahlenkolonne lautete die Summe rund 387 000 Euro. Für Bürgermeister Reinhard Bork (parteilos) ist klar, dass das in den künftigen Haushaltsdiskussionen eine Rolle spielen wird, wenn einige Sahnehäubchen einfordern sollten. „Und das bei sinkenden Einwohnerzahlen und sinkenden Schlüsselzuweisungen. Jedem muss klar sein, was wir uns aufbürden“, so Bork weiter.

Als Vergleich hatte Kämmerin Carmen Petrick nur mal zusammengezogen, was Grund-, Oberschule und Hort jetzt kosten. Dabei hatte sie den Aufwand der Bauhofmitarbeiter außen vor gelassen und war trotzdem auf die Summe von 262 500 Euro gekommen.

„Das ist doch eine ganz andere Liga“, warf Gemeinderat Joachim Pudel mit Blick aufs neue Haus ein. Und Jörg Funda fand; dass es gut ist, „eine Hausnummer zu haben“.

Für Nachfragen sorgte lediglich der Umstand, dass das Schulgebäude derzeit von drei Reinigungskräften der Gemeinde geputzt wird. Beim neuen Komplex soll es eine Firma sein. „Es wird niemand entlassen“, so Carmen Petrick. Zwei der Beschäftigten werden in die Altersteilzeit gehen, steht jetzt bereits fest.

Nur von oben ist zu sehen, wie groß das Baufeld der Schule wirklich ist.
Nur von oben ist zu sehen, wie groß das Baufeld der Schule wirklich ist. FOTO: Stadt- und Landbau Bautzen GmbH