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| 03:07 Uhr

Neue Schule in Groß Döbbern bildet Tierfreunde aus

Annett Stange vom Tierheim präsentiert gemeinsam mit den Hunden Felix und Evi das neue Kompetenzzentrum.
Annett Stange vom Tierheim präsentiert gemeinsam mit den Hunden Felix und Evi das neue Kompetenzzentrum. FOTO: René Wappler
Spremberg. Mit einem Investitionsvolumen von 245 000 Euro entsteht bei Groß Döbbern eine Volkshochschule für Tierfreunde. Davon sind 184 000 Euro Fördermittel. René Wappler

Der Rest finanziert sich durch Spenden, von denen die Mitarbeiter das Tierheim betreiben. Sie bezeichnen das Haus als "Kompetenzzentrum", das alle Fragen rund um die richtige Haltung von Vierbeinern behandeln wird.

Noch rahmt ein Baugerüst das Gebäude ein. Tierheim-Leiterin Annett Stange schaut sich in einem Raum um, der Platz für 25 Besucher bieten soll. Dort, sagt sie, werden wohl die Seminare stattfinden. In einem benachbarten Haus auf dem Gelände am Schäferberg klingelt fast unablässig das Telefon. Da fragen Freizeitgärtner aus Spremberg nach, was sie mit den vielen unkastrierten Katzen anstellen sollen, die es sich in ihren Sparten gemütlich machen. Dann wieder wollen Leute wissen, wer sich um den Jungvogel kümmern kann, den sie auf ihrem Grundstück gefunden haben.

Fragen über Fragen also. "Unsere Idee war, ein Schulungszentrum einzurichten, das sich sowohl an ehrenamtliche Mitarbeiter von Tierheimen als auch an andere Menschen richtet, die sich für Tierschutz interessieren", sagt Annett Stange. "Oft setzen sich gerade Arbeitslose oder Rentner für dieses Thema ein, die leider zu wenig Geld haben - bei uns bekommen sie die Chance, sich kostenlos weiterzubilden." Zum Beispiel zum Spaziergang mit einem Hund aus dem Tierheim, der keine klare Bezugsperson hat.

Das Schulungszentrum will auch Alltagsprobleme von Tierfreunden beleuchten, zu denen die artgerechte Haltung zählt. Oft treffen die Mitarbeiter des Tierheims in Groß Döbbern auf Unverständnis, wenn sie einem Besucher sagen: Nein, dieser Hund oder diese Katze passt nicht wirklich zu Ihnen. Sei es, weil die Katze in einer Wohnung markieren würde oder weil der Hund es eben nicht aushält, zehn Stunden allein zu bleiben, während die Besitzer ihrem Beruf nachgehen. Mitunter hören die Mitarbeiter dann den Satz: Sie wollen Ihre Tiere doch gar nicht loswerden.

"Wir wollen die Tiere tatsächlich nicht loswerden", sagt Annett Stange. "Vielmehr trägt uns der Wunsch, sie an liebevolle Menschen vermitteln." Momentan beherbergt das Tierheim 105 Hunde, 300 Katzen, sieben Kaninchen, eine einsame Farbratte und fünf Minipigs.

In den meisten Fällen finden die Fachleute aus Groß Döbbern und ihre Besucher jedoch zu einem Kompromiss. So schließen ein stressiger Beruf und das Halten eines Hundes einander nicht immer aus. Denn in etlichen Städten haben sich Hundehorte gegründet, auch in Spremberg, in denen die Tiere tagsüber unterkommen können. Nach den Worten von Annett Stange muss nur gewährleistet sein, dass dem Tier tatsächlich keine Einsamkeit droht, wenn es das Tierheim für seine neue Heimat verlässt. Denn gerade Hunden aus verwahrlosten Haushalten - von denen viele vorübergehend oder länger im Tierheim unterkommen - kann es passieren, dass sie sich recht schnell mit dem Leben in Groß Döbbern anfreunden. Zu einem Tag der offenen Tür lädt das Tierschutzliga-Dorf am Schäferberg bei Groß Döbbern am Sonntag, 29. Juni, von 12 Uhr bis 17 Uhr ein.

Geöffnet ist das Tierheim am Ausbau Kirschberg 15 dienstags bis sonntags von 13 Uhr bis 16 Uhr oder nach telefonischer Absprache. Montags und an Feiertagen bleibt es geschlossen.