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Neue Schule für vier Görlitzer Ortsteile

Die Stadt Görlitz hat für ihre südlichen Ortsteile eine neue Grundschule errichtet.
Die Stadt Görlitz hat für ihre südlichen Ortsteile eine neue Grundschule errichtet. FOTO: Uwe Menschner/ume1
Görlitz. Schulschließungen gehörten in den zurückliegenden Jahren in der Region fast zum Alltag. Zahlreiche Grund-, Mittel- (später Oberschulen) und auch Gymnasien mussten aufgrund des Rückgangs der Schüler ihren Betrieb einstellen. Doch jetzt beweist ein Beispiel aus Görlitz, dass es auch anders geht. Uwe Menschner / ume1

Für 182 Kinder aus den südlichen Görlitzer Ortsteilen Weinhübel, Hagenwerder und Tauchritz ist das Schuljahr 2016/17 ein ganz besonderes. Denn sie lernen einem völlig neuen Schulgebäude. "Unter dem Gesichtspunkt des prognostizierten Geburtenrückganges im ländlichen Raum war eine Entscheidung für den Neubau einer Grundschule durchaus nicht selbstverständlich", sagt der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege (parteilos). Im Jahr 2013, noch vor Beginn seiner Amtszeit, hatte der Stadtrat einen entsprechenden Beschluss gefasst. Intensive Verhandlungen mit dem Freistaat Sachsen als Fördermittelgeber waren notwendig, um diesen vom Bedarf für eine Grundschule im Süden von Görlitz zu überzeugen. Insbesondere war dafür der Nachweis einer konstanten Geburtenentwicklung erforderlich. "Den konnten wir erbringen", so der Oberbürgermeister.

Freilich darf nicht vergessen werden, dass es zu DDR-Zeiten für das Einzugsgebiet vier Schulstandorte gab, davon drei in Görlitz-Weinhübel und einen im damals noch selbstständigen Hagenwerder. Zwei davon wurden bis zur Fertigstellung des Neubaus noch genutzt - einer als regulärer Grundschulstandort und einer als Ausweichquartier für in Sanierung befindliche Schulen. Im März 2013 beschloss der Stadtrat den Abriss des letztgenannten Schulgebäudes und den Bau der neuen Grundschule an gleicher Stelle. "Man hatte festgestellt, dass es wirtschaftlicher ist, eine vorhandene Schule abzureißen und einen Neubau zu errichten, als ein bestehendes Gebäude teilweise zurückzubauen und zu sanieren", so der Görlitzer Oberbürgermeister.

Nach vollzogenem Abriss begann der Neubau im Juni 2015. Bereits im Oktober desselben Jahres konnte das Richtfest gefeiert werden, und die bauliche Fertigstellung erfolgte im September 2016. Nach den Herbstferien konnten die Schüler ihr neues Domizil in Besitz nehmen.

"Das neu errichtete Gebäude besteht aus drei Baukörpern - dem eigentlichen Schulhaus, dem Mehrzweckbau mit Verteilküche, Speisesaal und weiteren Funktionsräumen sowie dem Hort mit Platz für die Betreuung von 55 Kindern", skizziert Siegfried Deinege. Verbunden wird alles durch eine zentrale zweigeschossige Pausenhalle. Die gleichzeitig mit der alten Schule in den 60er-Jahren errichtete Turnhalle erfuhr eine Teilmodernisierung und kann neben ihrem eigentlichen Zweck auch als Veranstaltungssaal genutzt werden. Die Ertüchtigung ist laut Stadtverwaltung allerdings nur noch für zehn Jahre gedacht.

Die Gesamtkosten für den Neubau belaufen sich auf 4,26 Millionen Euro, wovon der Freistaat Sachsen knapp zwei Millionen Euro als Fördermittel zur Verfügung stellte. Zu den Eigenmitteln der Stadt Görlitz in Höhe von 2,26 Millionen Euro kommen noch 290 000 Euro für die Modernisierung der Turnhalle hinzu.

"Diesen Schulneubau dürfen wir zweifellos als weitreichende Entscheidung bezeichnen. Es ist eine Investition in die Zukunft, in Bildung und natürlich auch in unseren Nachwuchs", so Oberbürgermeister Siegfried Deinege. Und weiter: "Wir haben uns ganz bewusst als familiengerechte Stadt zertifizieren lassen. Wir wollen ein Umfeld fördern, in dem sich junge Menschen und Familien mit ihren Kindern wohlfühlen."