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Gebühren
Neue Preise fürs Wasser in Bad Muskau

Bad Muskau. Bad Muskau startet mit Veränderungen bei Trink- und Abwasserpreisen ins neue Jahr. Von Regina Weiß

Seit dem 1. Januar gelten andere Trinkwasser- und Abwasserpreise in Bad Muskau. Die Ver- und Entsorgungswerke GmbH (VEW), eine Tochtergesellschaft der Parkstadt, führt den wohnungsbezogenen Maßstab ein. Stephan Kaiser, Geschäftsführer der VEW, spricht in Bezug auf diese Änderung von mehr Gerechtigkeit. Grundlage für die Preisanpassung ist die neue Kalkulation, die eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für die nächsten fünf Jahre erstellt hat. Auch der Aufsichtsrat hat der Veränderung zugestimmt.

Was bedeutet der neue Maßstab konkret? Bisher galt für Mehr- und Einfamilienhäuser beim Trinkwasser derselbe Grundpreis von 10,70 Euro. Egal war, ob sich der Grundpreis auf zwei Personen im Eigenheim oder 20 im Wohnblock bezogen hat.

Von den 893 Gebäuden in Bad Muskau haben 782 eine oder zwei Wohnungen, 111 drei oder mehr. Für die Bewohner in den Mehrfamilienhäusern wird es nach der Neuregelung teurer, für die Besitzer von Einfamilienhäusern preiswerter, legt man den Verbrauch aus den Vorjahren zugrunde. Waren noch 2017 bei einem Verbrauch von 30 Kubikmeter Wasser im Jahr 168,30 Euro fällig, sind es ab diesem Jahr 91,14 Euro (60 Kubikmeter: bisher 208,20 zu 133,44 Euro, 90 Kubikmeter: bisher 248,10 zu 175,74 Euro). Konkret setzt sich das Ganze aus dem Grund- und Arbeitspreis zusammen. Dieser beträgt neu 4,07 Euro im Monat (vorher 10,70 Euro) und 1,41 Euro je Kubikmeter (bisher 1,33 Euro). Diese Preise wurden bis 2022 kalkuliert und sind kostendeckend, so Stephan Kaiser auf RUNDSCHAU-Nachfrage.

Auch beim Abwasser löst der wohnungsbezogene Maßstab den per Zähler ab. Dort steigt der Arbeitspreis von 2,92 Euro je Kubikmeter auf 2,98 Euro. Der Grundpreis sinkt von 7,70 Euro im Monat auf 3,57 Euro. Das sind 54 Prozent weniger, was sich auch in dem Fall bei den Eigenheimbesitzern positiv niederschlägt.

Handeln musste die VEW bei der dezentralen Fäkalentsorgung. „Diese war nicht mehr kostendeckend“, so Stephan Kaiser. Das liegt zum einen daran, weil man mit 170 Kleinkläranlagen sowieso nicht viele hat, diese zudem ihre Abfuhrmengen durch die Umstellung auf Biologie um zwei Drittel reduziert haben. Auch in dem Fall musste neu kalkuliert werden. Die Preisanpassung macht 77 Prozent aus. Je Kubikmeter Schlamm werden nun 88,12 Euro fällig, vorher waren es 49,80 Euro.

Das hört sich erst mal gewaltig an, weiß auch Stephan Kaiser. Deshalb habe man den Vergleich mit der zentralen Abwasserentsorgung gezogen. Trotz der Preisanpassung kommen Besitzer einer dezentralen Anlage mit sogenannten vier Einwohnergleichwerten auf Kosten von rund 292 Euro im Jahr (mit Wartung). Die Kosten für einen Vier-Personen-Haushalt bei der öffentlichen Entsorgung kosten laut VEW 350 Euro. Klar musste der Hausbesitzer in seine Biokläranlage investieren, bekam dafür auch Unterstützung vom Freistaat. Wer sein Haus zentral angeschlossen hat, der musste den Abwasserbeitrag pro Grundstück bezahlen. Daran erinnert Kaiser nur, um diesbezüglichen eventuellen Diskussionen gleich die Grundlage zu nehmen.