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| 15:50 Uhr

Brandschutz
Neue Mitglieder sind das A und O

Bürgermeister Ralf Brehmer gratuliert dem 85-jährigen Wilfried Krautschick von der Ortswehr Hammerstadt für 70 Jahre treue Dienste. Im Hintergrund links der wiedergewählte Gemeindewehrleiter Wilfried Reckusch und Gerd Preußing, stellvertretender Kreisbrandmeister,   
Bürgermeister Ralf Brehmer gratuliert dem 85-jährigen Wilfried Krautschick von der Ortswehr Hammerstadt für 70 Jahre treue Dienste. Im Hintergrund links der wiedergewählte Gemeindewehrleiter Wilfried Reckusch und Gerd Preußing, stellvertretender Kreisbrandmeister,   FOTO: Ingolf Tschätsch
RIETSCHEN. Die Gemeindefeuerwehr Rietschen hat Wilfried Reckusch als Wehrleiter wiedergewählt. Von Ingolf Tschätsch

Zu 29 Einsätzen mussten die fünf Ortswehren der Gemeinde Rietschen im vergangenen Jahr ausrücken. Vom Verkehrsunfall über Brand- und Sturmschäden bis hin zur Tragehilfe war alles dabei gewesen, was in das Aufgabenspektrum des Feuerwehrwesens fällt. Die 29 Einsätze – bei denen 203 Stunden zu Buche schlagen – sind allesamt erfolgreich beendet worden. Mit diesen und weiteren Zahlen und Fakten belegte Rietschens Gemeindewehrleiter Wilfried Reckusch am Sonnabend auf der Jahreshauptversammlung, dass auf die Florianjünger der Kommune erneut Verlass gewesen sei.  Die Kameraden im Saal der Pflegeeinrichtung Spretz begrüßten als Gäste der Veranstaltung Bürgermeister Ralf Brehmer (Freie Wähler), den stellvertretenden Kreisbrandmeister Gerd Preußing und Gemeinderat Tilmann Havenstein. Preußing überbrachte den Brandschützern die Grüße und den Dank von Landrat Bernd Lange (CDU) für die geleistete Arbeit.

Das neue Jahr, so Wilfried Reckusch im Rechenschaftsbericht, sei etwas Besonderes.  So standen  zum einen in allen fünf Ortswehren Neuwahlen auf der Tagesordnung.  Zum anderen kann die Gemeindefeuerwehr Rietschen 2018 ein Jubiläum feiern. Sie wurde am 20. April 1993 im Kinosaal gegründet. „Unser erster Gemeindewehrleiter war damals Kamerad Heinz-Dieter Götteritz, dem wir viel zu verdanken haben“, erklärte der Redner. Damit war er aber schon wieder bei einem Punkt angelangt, der nach wie vor kritisch betrachtet wird – der Gewinnung neuer Mitglieder. Denn: Zählte die Gemeindewehr im Gründungsjahr 167 Männer und Frauen, sind es momentan noch 117. Gegenüber 2016 musste erneut ein Rückgang von fünf weiteren Akteuren hingenommen werden.

„Das Minus in der Statistik ist leider in der aktiven Gruppe zu finden, deren Stärke momentan 70 Kameradinnen und Kameraden beträgt“, fand Reckusch deutliche Worte. Dabei stand es in Sachen Mitgliederzahlen aber schon mal schlimmer. Der generelle Abwärtstrend konnte glücklicherweise 2015 gestoppt werden. Lobend wurde die Jugendwehr mit ihren 20 Mädchen und Jungen genannt.

Bei der Ausbildung wurden im Vorjahr in den Ortswehren 2089 Stunden geleistet. Hinzu kommen noch einmal 240 Stunden bei der Kreisausbildung und 140 Stunden bei Lehrgängen an der Landesfeuerwehrschule. „Es muss uns noch besser gelingen, die Ausbildungen zu koordinieren. Ziel muss es sein, bestimmte Schwerpunkte gemeinsam zu absolvieren“, betonte Wilfried Reckusch.

Das fand auch Bürgermeister Ralf Brehmer. Er sprach von der Notwendigkeit, die Organisationsformen zu ändern, wobei er die Alarm- und Ausrückeordnung mit einschloss. So soll beispielsweise bei Einsätzen jede Ortswehr alarmiert werden. Brehmer, der das Engagement der Rietschener Brandschützer würdigte, mahnte an, dass es wichtig sei, jedem Kameraden mit Achtung und Respekt zu begegnen – auch denen der Alters- und Ehrenabteilung.  Die Pflege der Kameradschaft und des Zusammenhalts sei unerlässlich. Damit reagierte auf den Vorwurf von Heinz-Dieter Götteritz in der Diskussion,  die Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung wären schon abgeschrieben.  Diese Aussage hatte im Saal zu teilweise heftigen Reaktionen geführt.

Bei der Wahl der Gemeindewehrleitung erhielt Wilfried Reckusch erneut das Vertrauen. 71 Kameraden gaben ihre Stimme ab, 61 davon für den alten und zugleich neuen Wehrleiter.

Den Höhepunkt der Jahreshauptversammlung bildeten Auszeichnungen und Ehrungen. Für 70 Jahre treue Dienste in der Feuerwehr wurden Martin Schulz (Ortswehr Neuliebel) sowie Horst Kießling und Wilfried Krautschick (beide Ortswehr Hammerstadt) gewürdigt. Anwesend war nur Wilfried Krautschick. Der 85-Jährige war schon kurz nach dem Krieg den Brandschützern beigetreten, wie er erzählte. „Ich fühle mich immer noch fit“, meinte der rüstige Senior mit einem Lächeln zur RUNDSCHAU.