Das Hauptprojekt von Netzbetreiber Mitnetz Strom in der Region Hoyerswerda ist klar umrissen. Bis zum November soll ein Teil des Netzanschlusses für die Ausbaustrecke der Deutschen Bahn nahe Lohsa fertig sein. Bis dahin werden vier Hochspannungsmasten aufgestellt, um das geplante Umrichterwerk an der Strecke von Knappenrode nach Horka mit Strom zu versorgen. Vor Ort wandelt die Bahn den EnviaM-Strom um und nutzt ihn für ihren Betrieb. Insgesamt 5,6 Millionen Euro wird das Projekt nach Auskunft von Matthias Plass, Leiter der Netzregion Brandenburg bei Mitnetz Strom, kosten. Dazu gehört auch der Bau eines Schaltwerks nahe der B 97 zwischen Schwarze Pumpe und Hoyerswerda. 2014 folgt der Mittelspannungsanschluss des Umrichterwerks an der Bahnstrecke.

Mitnetz Strom, das in der Region für einen Großteil des Gebiets des einstigen Kreises Hoyerswerda zuständig ist, will zudem in weitere Projekte investieren und einen Teil der Freileitungen durch Erdkabel ersetzen. Zwischen Zeißholz und Dubring werden unter anderem 2,2 Kilometer Mittelspannungsfreileitungen durch Erdkabel ersetzt. Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich laut Mitnetz Strom auf 425 000 Euro. Davon sollen neben privaten Nutzern auch die Maja-Möbelwerke profitieren, die sich in den vergangenen Jahren erweitert haben.

Zwischen Weißkollm und Knappenrode will Mitnetz Strom die Trassenführung ändern und 3,1 Kilometer Kabel parallel zur Ortsverbindung von Knappenrode nach Lohsa unter die Erde legen. "Die jetzige Trasse mit Freileitungen führt genau durch den Wald. Das birgt Gefahren und zieht hohe Unterhaltungskosten nach sich, weil Bäume regelmäßig verschnitten werden müssen, damit sie nicht in die Leitungen wachsen", so Maik Sawitzki, Leiter Projektmanagement Hochspannung bei Mitnetz Strom für den Bereich Brandenburg, zu dem der Norden des Kreises Bautzen gehört.

Zunehmend Probleme bekommt Mitnetz Strom mit der zunehmenden Anzahl von Strom aus erneuerbaren Energien. Allein im Norden des Kreises Bautzen sind im Jahr 2012 nach Unternehmensangaben 124,2 Megawatt eingespeist worden, eine Steigerung um 17 Prozent zum Vorjahr. Vor allem der Anteil der Solarenergie wächst schnell. Das führe zu ausgelasteten Netzen, so Matthias Plass: Im vergangenen Jahr habe das Unternehmen in kritischen Netzsituationen etwa 100 Mal eingreifen und den Zufluss regenerativer Energien drosseln müssen. Neben einem zügigen Verfahren zum Netzausbau fordert Plass für Brandenburg und Mitteldeutschland auch eine genauere Planung, für welche Flächen Windräder und Fotovoltaik-Anlagen infrage kommen. Der Netzbetreiber müsse sich darauf einstellen können.