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| 02:52 Uhr

Neue Kita soll schnell gebaut werden

Bewohner aus Weißwasser wollten ihren Augen nicht trauen, als sie sahen, dass der kleine Wald zwischen Grillparzerstraße und Eisarena verschwunden ist. Marita Dathe zum Beispiel kann nicht verstehen, so ihre Meinung am Reporter-Telefon, dass dort alle Bäume für die Kita weichen mussten.
Bewohner aus Weißwasser wollten ihren Augen nicht trauen, als sie sahen, dass der kleine Wald zwischen Grillparzerstraße und Eisarena verschwunden ist. Marita Dathe zum Beispiel kann nicht verstehen, so ihre Meinung am Reporter-Telefon, dass dort alle Bäume für die Kita weichen mussten. FOTO: J. Rehle/jor1
Weißwasser. Mit Baumfällungen haben die vorbereitenden Arbeiten für den Neubau der Kita Regenbogen begonnen. Der Bau- und Wirtschaftsausschuss soll im April die Bauleistungen vergeben. Christian Köhler und Gabi Nitsche

Der Neubau der Kita Regenbogen am Oberlausitzer Sportpark (OSP) in der Nähe der Eisarena soll so schnell wie möglich abgeschlossen werden. Der Weißwasseraner Stadtrat hat deshalb bei einer Stimmenthaltung den Bau- und Wirtschaftsausschuss ermächtigt, die Vergaben für Dachdeckerarbeiten und für den Rohbau des Gebäudes in einem Umfang von bis zu 250 000 Euro im April vorzunehmen. Eigentlich gehört eine solche Vergabe in dieser hohen Summe in die Entscheidungshoheit des Stadtrates.

Baureferatsleiter Thomas Böse begründete das Vorgehen damit, dass mit den April-Vergaben sichergestellt werde, Rohbau und Neubau-Dach noch vor dem nächsten Winter Ende 2017 fertig zu haben. So könnten dann weitere Gewerke witterungsunabhängig im Kita-Inneren arbeiten. Bei einer späteren Vergabe im Stadtrat wären Dachdecker-Arbeiten erst im Dezember realisierbar. Dies würde bei schlechtem Wetter eine Unterbrechung des Baus bedeuten und die Fertigstellung erheblich verzögern.

"Die Ausschreibungen sind raus", erklärte Thomas Böse. Weil es in diesem Zusammenhang "immer interessant ist", so der Referatsleiter weiter, wie viele Angebote es zu den einzelnen Bauleistungen gegeben hat, zählte Böse auf: ein Angebot für das Bauhauptgewerk, fünf für Metallbauarbeiten, sechs für Heizungs- und Lüftungsinstallationen sowie acht für Elektroinstallation und Datennetz. Insgesamt stammten davon mehrere von Weißwasseraner Unternehmen. Für den Hort gab es diese Gebote: Bauhauptgewerk drei, Gerüstbau drei, Zimmerer sieben, Dachdecker acht, Metallbau sieben, Heizung/Lüftung drei, Sanitär zwei und Elt/Datennetz drei. Bis auf das letzte Gewerk wurden bedeutend mehr Firmen um Angebote gebeten, als sich beteiligten. Bei Heizung/Lüftung waren es fünf, bei Sanitär vier und bei Dachdecker zwölf.

SPD-Stadtrat Ronald Krause fragte, ob denn anwesende Räte sich um Auffträge bewarben. "Nicht, dass unsere Abstimmung dann ungültig ist." Stadtrat Hans-Jürgen Beil (Klartext) fragte, ob denn auch Sub-Unternehmertätigkeiten dazu zählen würden. "Ich würde auf Nummer sicher gehen und der Abstimmung fern bleiben", riet Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext). Hans-Jürgen Beil nahm damit nicht an der Abstimmung teil.

CDU-Fraktionsvorsitzender Bernhard Waldau wollte noch vor dem Stadtratsvotum wissen, "ob wir nicht erst den Haushalt beschließen müssen, bevor wir eine solche Entscheidung treffen?" Thomas Böse entgegnete, man habe bereits im vergangenen Haushaltsjahr die benötigten Mittel in den Haushalt eingestellt und diese aber 2016 nicht abgerufen. "So können die Gelder in 2017 übernommen werden."

Vergangenen Mittwoch begannen mit den Baumfällungen auf der Baufläche die vorbereitenden Arbeiten für den Neubau der Kita Regenbogen. Ursprünglich war geplant, für einen gewissen Zeitraum einige der vorhandenen Kiefern als Baumgruppen für die Beschattung des Objektes stehen zu lassen. Diese sollten entfernt werden, wenn die geplanten Neupflanzungen am Standort eine ausreichende Größe erreicht haben. Im Ergebnis einer nochmaligen Inaugenscheinnahme des Baumbestandes zu Beginn der Arbeiten durch die Bauleitung und den zuständigen Revierförster Mathias Kruner musste eingeschätzt werden, dass das Verbleiben einzelner Bäume des Waldbestandes tatsächlich ein erhebliches Gefahrenpotenzial für die sowohl in der Bauphase als auch in der späteren Nutzung stark frequentierte Fläche darstellt.

Gemeinsam wurde daher entschieden, so die Stadtverwaltung auf Nachfrage, alle Bäume zu fällen. Die Folge davon: In der Außenanlage wird die Anzahl der neu zu pflanzenden Bäume erhöht.