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| 13:21 Uhr

Neue Hoffnung für das Uhyster Schloss
Das Skulpturen-Quartett wird zuerst saniert

Die beiden Brunnen auf der Uhyster Schlowsswiese sollen mittelfristig komplett saniert werden.
Die beiden Brunnen auf der Uhyster Schlowsswiese sollen mittelfristig komplett saniert werden. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Uhyst. Das Uhyster Schloss-Ensemble ist eine Herausforderung. Im Park geht es schrittweise voran. Die Brunnen stehen auf dem Plan. Von Torsten Richter-Zippack

Neben seinen uralten Bäumen hat der Uhyster Schlosspark weitere Schätze. Konkret geht es um vier Sandstein-Skulpturen auf und an der Schlosswiese. Diese verkörpern zum einen Apollon, den Gott des Lichts und der Künste, dann Artemis, laut der griechischen Mythologie die Göttin der Jagd, sowie Ceres, die römische Göttin der Fruchtbarkeit. Zum anderen gibt es eine Putte, die einen kleinen Engel darstellt. Das Skulpturen-Quartett teilt ein gemeinsames Schicksal: Es befindet sich in einem erbärmlichen Zustand. Die Gesichter sind teilweise nicht mehr erkennbar, hier und dort sind verschiedene Teile bereits abgefallen. Und mancher Sockel wackelt schon bedenklich.

„Daher wollen wir dringend sanieren“, erklärt Johanna Gruner vom Förderverein Adelspädagogium Dannenberghaus Uhyst. Immerhin: Das Vorhaben soll in den 2019er-Haushalt der Gemeinde Boxberg aufgenommen werden. Schließlich ist die Kommune die Parkeigentümerin. Darüber hinaus sollen Fördergelder beantragt werden.

Mehr noch: Es zeichnet sich bereits das nächste Projekt der Schlosspark-Protagonisten ab. „Wir wollen anschließend die beiden Brunnen auf der Schlosswiese sanieren“, kündigt Johanna Gruner an. Während des jüngsten Schlosspark-Picknicks strömte zumindest aus einem der beiden Brunnen eine Wasserfontäne. „Dank einer Pumpe und des Umwälzprinzips funktioniert das Ganze“, erklärt der geistige Urheber, Karsten Kunaschk. Er wandelte beim Picknick im Kostüm des Friedrich Casper Graf von Gersdorff durch das Ensemble. Von Gersdorff (1699 – 1751) gilt als Begründer des bis heute bestehenden neuen Uhyster Schlosses. Allerdings musste der Brunnen mit Folie ausgelegt werden, damit das Wasser nicht entschwindet. Das Nass hatte die örtliche Feuerwehr herangeschafft. „Die Brunnen müssen grundhaft saniert werden“, stellt Johanna Gruner klar. „Wir behalten das im Auge.“

Bereits Anfang November findet das nächste Parkseminar statt. Diesmal soll der bisherige Wald in Richtung des Dorfes wieder als Parkbestandteil sichtbar gemacht werden. Das Hauptaugenmerkt liege dabei auf dem Freistellen der uralten Baumriesen. Das Vorhaben laufe wieder unter Federführung der Leipziger Landschaftsarchitektin Kathrin Franz. Der Uhyster Ortsvorsteher und Gemeinderat Frank Knobloch will den Wildpark gegenüber der Müllerteiche in Ordnung bringen. Inzwischen laufen Gespräche mit den Peitzer Fischern als Eigentümern dieses Areals.

Für das seit vielen Jahren leer stehende Uhyster Schloss selbst gibt es übrigens einen neuen Funken Hoffnung. Der bisherige Eigentümer, ein Niederländer, will das historische Gebäude verkaufen. Bei der Internetplattform Ebay wird das stark sanierungsbedürftige Ensemble für 369 000 Euro angeboten. „Ich hatte in jüngster Zeit so viele Führungen für Kaufinteressenten wie lange nicht“, resümiert Johanna Gruner. Ob das Schloss tatsächlich bald in neue Hände kommt, stehe allerdings noch in den Sternen. Frank Knobloch wünscht sich jedenfalls eine „gesunde Mischung“, wie er sagt. „Der Investor soll natürlich auf seine Kosten kommen. Es wäre aber auch super, bliebe das Ensemble in gewissem Maße der Allgemeinheit zugänglich.“

Kurios: Derzeit bilden Schloss und Schlosswiese zumindest optisch eine Einheit. Beide präsentieren sich komplett gelb. Allerdings löst sich beim Gebäude mehr und mehr die Farbe, während der Rasen aufgrund der anhaltenden Dürre im Großen und Ganzen abgestorben ist. „Doch ein warmer Regen, sowohl vom Himmel als auch finanziell, könnte zügig für Abhilfe schaffen“, zeigt sich Ortsvorsteher Knobloch sicher.