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Herrnhuter Sterne
Neue Entdeckerwelt für kleine Bastler von Sternen

Unter der Anleitung von Gabriele Wenzel bastelte sich auch Alwin seinen eigenen Herrnhuter Stern.
Unter der Anleitung von Gabriele Wenzel bastelte sich auch Alwin seinen eigenen Herrnhuter Stern. FOTO: Uwe Menschner
Herrnhut. Die Herrnhuter Sterne GmbH hat ihren neuen Erlebnisbereich für Kinder eröffnet. Dies soll ein weiterer Meilenstein für die touristische Ausrichtung des Unternehmens sein. Von Uwe Menschner

Der Himmel hängt voller Sterne. In allen möglichen Farben „funkeln sie“ – grün, blau, rot gelb, orange. Auch die Größen können variieren. Was aber alle Exemplare eint ist die Form: 25 spitze Zacken, die vom Zentrum aus in alle Richtungen sprießen wie die Blätter einer Blüte.

„Nur echt mit 25 Zacken“ – unter diesem Slogan werden die Herrnhuter Sterne bereits seit mehr als 120 Jahren in alle Welt verkauft. Und was die Großen können, das können auch die Kleinen. Die neu eröffnete Entdeckerwelt bietet ab sofort Kindern die Möglichkeit, sich ihren eigenen Herrnhuter Stern zu basteln.

Und nicht nur das: Ein zweietagiger Indoorspielplatz, unverkennbar aus dem Hause Bergmann (Kulturinsel Einsiedel), schafft auch jenen kurzweiligen Zeitvertreib, die nicht die Geduld oder das Geschick für die anspruchsvolle Bastelei aufbringen. Inwieweit die Anordnung der Räumlichkeiten allerdings gelungen ist, muss jeder Besucher für sich selbst beurteilen. Bei großem Andrang gestaltet es sich offenbar schwierig, den Spielplatz zu passieren, um den schmalen Zugang zum Bastelraum zu erreichen.

„Seit 2016 arbeitet unser Unternehmen an Ideen zur Ausgestaltung der Schauwerkstatt als familienfreundliche Einrichtung und an ihrer Erweiterung um eine neue Entdeckerwelt für Kinder“, erklärt Jacqueline Schröpel, Marketingverantwortliche der Herrnhuter Sterne GmbH. „Perspektivisch werden wir uns auch dem Thema Projekttage für Schulen widmen und entsprechende Angebote entwickeln. Zum Beispiel wird im sächsischen Lehrplan für Mathematik bereits der Herrnhuter Stern verwendet, um Wissen über Pyramiden und Kegel zu vermitteln.“

Parallel zur Eröffnung der Entdeckerwelt führt die GmbH eine neue Produktlinie ein, bei der die beiden „Sternekinder“ Emmi und Jonas – die „Maskottchen“ der Manufaktur – im Mittelpunkt stehen. Sie umfasst Kinder- und Malbücher sowie Plüschfiguren.

Die Inbetriebnahme der Entdeckerwelt reiht sich ein in eine ganze Folge von Investitionen. So vereint seit  2010 das neue Manufakturgebäude Produktion und Schauwerkstatt unter einem Dach.  2014 folgte eine zweite Produktions- und Lagerhalle, 2017 eine dritte (außerhalb des eigentlichen Firmengeländes). 2014 konnte auch das Ladengeschäft an der Löbauer Straße nach umfassender Sanierung wieder eröffnet werden.

Geschäftsführer Oskar Scholz stellt bereits die nächste Investition in Aussicht: „Ab 2018 sollen weitere Maschinen für die Produktion der Kunststoffsterne angeschafft werden.“ Das Unternehmen beschäftigt ein Stammpersonal von 95 Beschäftigten, zu denen bis zu 30 Saisonkräfte kommen. In den zurückliegenden beiden Geschäftsjahren erzielte es Umsatzzuwächse von zehn und elf Prozent, absolute Zahlen werden nicht genannt. Als größtes Risiko für die künftige Entwicklung nennt der Geschäftsführer zunehmende Plagiate, gegen die das Unternehmen mit „umfangreichen Markenschutzmaßnahmen“ vorgeht.