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Neue DVD über das frühere Tzschelln mit ungezählten Fotos

Renate Handrack (l.) und Christina Wolsch präsentieren die erste Tzschelln-DVD. Die darauf enthaltenen Bilder soll noch niemand gezählt haben.
Renate Handrack (l.) und Christina Wolsch präsentieren die erste Tzschelln-DVD. Die darauf enthaltenen Bilder soll noch niemand gezählt haben. FOTO: amz1
Krauschwitz. "Erinnerungen an Tzschelln – Unsere Heimat, wie sie einmal war" lautet der Titel der ersten Film-Diashow über das gewesene Dorf an der Spree. Während der traditionellen Kirmes der ehemaligen Einwohner in der Krauschwitzer "Linde" hat das Werk seine Premiere gefeiert. amz1

Tzschelln musste Ende der 1970er-Jahre dem Tagebau Nochten weichen.

Gezeigt werden fast alle Tzschellner Gehöfte sowie zahlreiche Bewohner, beispielsweise die Zschippangs bei der Heuernte, Familie Wernicke im Park auf der Spreeinsel oder auch ein Pferdefuhrwerk im tief verschneiten Dorf. Die Zuschauer erfahren, dass die erste Tzschellner Kirche aus der Zeit um das Jahr 1500 resultiert, dass Pfarrer Fritz Neumann am 31. Oktober 1970 den Abschiedsgottesdienst hielt und das es sich am 16. Juli 2018 zum 40. Mal jährt, als das Gotteshaus im Zuge des bergbaubedingten Abrisses brutal gesprengt worden war. Im Bild sind ebenso der Gasthof Gröger, die alte und die neue Spreebrücke, Bräuche wie das Zampern und das Maibaumstellen und vieles mehr. Manche Ansichten, etwa Pannachs Gehöft und die neue Spreebrücke, präsentieren sich sogar in Farbe. Farbige Dias aus DDR-Zeiten bildeten dafür die Grundlage. Untermalt werden die Bilder von emotionalem Flötenspiel.

Urheberin der DVD ist die Boxbergerin Renate Handrack. Über mehrere Jahre hat das Mitglied des örtlichen Landfrauenvereins in der Tzschellner Historie recherchiert und vor allem bei den Einwohnern Bilder gesammelt sowie Fakten und Namen aufgeschrieben. "Ich habe es für die Tzschellner getan, weil sie so ein wunderschönes Dorf hatten", sagt Renate Handrack.

Sie selbst kenne den Ort noch aus Kindertagen, als es in die nahe gelegenen Wälder zum Beeren- und Pilzesuchen ging. Die Idee zur DVD sei bereits im Rahmen des Landfrauenprojektes zum Aufbau des originalgetreuen Tzschelln-Modells entstanden. Zudem hatte Handrack die einstigen Einwohner immer mal wieder mit reich bebilderten Vorträgen über das Dorf begeistert. "So haben die Leute gedrängelt, mehr daraus zu machen", erinnert sich Renate Handrack.

Herausgekommen ist nun ein gut halbstündiger Film, der die Zuschauer auf eine Reise durch das komplette Tzschelln einschließlich der teilweise weit verstreuten Ausbauten, beispielsweise der Kittainze, nimmt.

"Wir sind von dem Werk sehr ergriffen", lobt Christina Wolsch, Vorsitzende des Tzschellner Heimatvereins. Und tatsächlich: Nach der Premiere hatte so manch ehemaliger Einwohner Tränen in den Augen.

Die Tzschelln-DVD ist ab sofort beim Heimatverein zum Preis von zehn Euro zu haben. Zunächst wurden 100 Exemplare gefertigt. Darüber hinaus kann die DVD an der Agip-Tankstelle im Halbendorfer Weg in Weißwasser erworben werden.

Zur diesjährigen Kirmes waren indes 60 Gäste anwesend. Im kommenden Jahr jährt sich die Gründung des Heimatvereins zum zehnten Mal. Er war am 4. August 2008 ins Leben gerufen worden. Auf den Tag genau ein Jahrzehnt später, am Sonnabend, 4. August 2018, soll wieder das Picknick an der Gedenkstätte an der Spree stattfinden, kündigt Christina Wolsch an.