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| 17:14 Uhr

Tourismus
Neue Aufgaben im Blick

Bad Muskau. Die Bad Muskau Touristik bleibt weiter auf Zuschüsse aus der Stadtkasse angewiesen. Von Regina Weiß

Der Sommer 2018 hat es einfach gut gemeint. Zu gut aus Bad Muskauer Sicht. Die Urlauber zog es an den See, aber nicht unbedingt als Gäste in den Muskauer Park. Da ist es nicht verwunderlich, wenn die Gästezahlen 2018 keine Rekorde versprechen. Noch ist die Jahresstatistik nicht komplett, doch Dirk Eidtner kann als Geschäftsführer der Bad Muskau Touristik GmbH im jüngsten Stadtrat darauf verweisen, dass bis Ende November rund 31 200 Besucher im Tourismusbüro der Stadt begrüßt wurden. Das sind immerhin rund 6000 Gäste weniger als im Vorjahr. Bei den Übernachtungszahlen geht Eidtner ebenfalls von einem Rückgang aus, auch wenn hier die aktuellen Zahlen noch nicht vorliegen. 2017 konnten 42 591 Übernachtungen gezählt werden. „Im Februar werden wir das genau wissen“, so Eidtner.

Nicht nur der Hitze ist der Rückgang zuzurechnen, sondern ebenso der Aufgabe von Vermietern. Aus Altersgründen würden einige ihre Zimmer nicht mehr Urlaubern zur Verfügung stellen. Nicht zu vergessen ist der Umstand, dass die Parkstadt in diesem Jahr über mehrere Monate beziehungsweise die gesamte Zeit keinen Caravanstellplatz beziehungsweise keinen Zeltplatz mehr vorweisen konnte.

Bei Erstgenanntem hat man aus der Not eine Tugend gemacht. Im Juni 2018 hat die Touristik GmbH den Wohnmobilstellplatz am Standort der Entwicklungsgesellschaft (ENO) in Bad Muskau übernommen. 803 Ankünfte konnte man bis in den November hineinein verbuchen. „Manche Gäste blieben nur eine Nacht, andere eine Woche“, so Dirk Eidtner. Das Ergebnis mache Mut für die Zukunft. Allerdings wird die nicht ohne Verbesserung in der Ausstattung am Standort neben dem ehemaligen WTW-Gebäude funktionieren. Dirk Eidtner zählt nur  Abwasserent- und Stromversorgung sowie Sozialunterkunft auf. Die Landesdirektion Sachsen hat eine 90-prozentige Förderung in Aussicht gestellt. Gespräche mit der kreislichen Entwicklungsgesellschaft laufen bereits.

Beim Zeltplatz zeichnet sich derzeit keine so schnelle Lösung ab. Hinzu kommt auch, dass die Bad Muskau Touristik als Tochter der Stadt nicht am öffentlichen Wettbewerb teilnehmen kann und nur bestimmte öffentliche Felder zur Erschließung neuer Einnahmen nutzen kann, erfahren die Stadträte. Das könnte zum Beispiel die Parkplatzbetreibung sein, kündigt Eidtner an. Dazu müsse man mit der Mutter – also der Stadt – weiterhin im Gespräch bleiben.

Denn letztlich geht es darum, die Erträge der GmbH zu steigern. Mit der Betreibung der Touristinfo und der Bibliothek – beides im Auftrag der Stadt – werden 57 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet. Die Stadträte haben deshalb auch diesmal zugestimmt, die Verluste für 2017 und den zu erwartenden Fehlbetrag für 2018 auszugleichen. Letzteres erfolgte, um eine Überschuldung der Tochter zu vermeiden. Gezahlt werden 40 000 Euro für 2017 und 50 000 Euro für 2018.

Höhepunkt war 2018 der Bezug des neuen Tourismusgebäudes am Kirchplatz. Das Projekt wurde  durch das deutsch-tschechische Förderprojekt „Von Wallenstein zu Pückler – fürstliche Qualität der Dienstleistungen für unsere Gäste“ möglich. Bis Ende Juni 2019 stehen noch die Anschaffung von drei Infoterminals (Markt, Bushaltestelle und Touristinfo), die Überarbeitung der Stadtplantafeln, ein Kurzfilm sowie zwei deutsch-tschechische Broschüren auf dem Plan. Außerdem läuft die Entwicklung von innovativ-touristischen Gesundheitsprodukten. Stichwort Kurort Bad Muskau sowie Nutzung der Eiskeller auf dem Gelände der Brauerei. Hierbei geht Dirk Eidtner davon aus, dass im März nächsten Jahres erste Ergebnisse vorliegen. Kleine, aber feine Angebote im Gesundheits- und Wellnessbereich könnten vielleicht den einen oder anderen Gast in Bad Muskau überzeugen, den Aufenthalt in der Parkstadt zu verlängern.