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Netzwerk verbessert Versorgung und Strukturen

Dr. Stefan Zeller
Dr. Stefan Zeller FOTO: br
Görlitz. Das Geriatrie-Netzwerk Ostsachsen hat in den zurückliegenden fünf Jahren viele Projekte realisiert und bietet Informationen, Unterstützung und Beratung zu verschiedenen Themen an. Beispielsweise geht es um Pflege, Wohnen, Ernährung und Demenz. 200 Partner sind beteiligt. red/br

Älteren und ihren Angehörigen Hilfen anzubieten, die sie in ihrer individuellen Situation benötigen, ist Hauptziel des Geriatrie-Netzwerkes Ostsachsen. "Viele Projekte sind bereits fest etabliert und werden gut angenommen", sagt Dr. Stefan Zeller. Er ist Projektleiter des Modellprojektes Geriatrie-Netzwerk Ostsachsen und zugleich Direktor des Geriatriezentrums am Städtischen Klinikum Görlitz.

Das Netzwerk hat verschiedene Institutionen und Einrichtungen verbunden, die mit der Versorgung älterer Menschen zu tun haben: Krankenhäuser, Arztpraxen, Sozial- und Pflegedienste, Alten- und Pflegeheime, Sanitätshäuser, Behörden, Ämter, Bürgerhilfen, Selbsthilfegruppen und weitere, teilt Katja Pietsch mit. Darüber hinaus wurden fehlende Strukturen aus- beziehungsweise aufgebaut, ein regelmäßiger fachlicher Austausch sowie Versorgungs- und Beratungsangebote koordiniert und organisiert. Die Bevölkerung wurde für das Thema Demenz sensibilisiert.

Unter wissenschaftlicher Leitung von Dr. Zeller erarbeiten die Netzwerkkoordinatorinnen Denise Menzel und Juliane Haymerle Konzepte zur Betreuung geriatrischer (betagter) Patienten. Sie erstellen Leitfäden für die Versorgung dementer Patienten, schulen und unterstützen pflegende Angehörige, erarbeiten Richtlinien zur reibungslosen Überleitung eines Patienten in eine nachfolgende Einrichtung und vieles mehr, teilt Katja Pietsch mit.

Der Bedarf in Bezug auf das Netzwerk werde aufgrund des demografischen Wandels weiter steigen. Deshalb sei es notwendig, gemeinsam von allen Beteiligten geschaffene Strukturen und vorhandene Ressourcen zu nutzen und weiter auszubauen. Die Projekte sollen weitergeführt werden, um Betroffenen, Angehörigen und sonstigen Akteuren eine stabile und stete Plattform zu bieten. Die politische Entscheidung, das Modellprojekt weiterzuführen, stehe noch aus. "Aber wir sind guten Mutes, diese wichtige Arbeit fortzuführen und erarbeitete Standards weiter in die Praxis zu überführen", sagt Dr. Zeller.

Das Geriatrie-Netzwerk

Das Modellprojekt Geriatrie-Netzwerk Ostsachsen widmet sich der demografischen Entwicklung im Kreis Görlitz: starker Bevölkerungsrückgang bis zum Jahr 2020 und kontinuierlicher Anstieg der über 65-Jährigen. Besonders im höheren Alter (über 85 Jahre) wird krankheitsbedingt verstärkt mit Hilfe- und Pflegebedürftigkeit zu rechnen sein. Betroffene und ihre Angehörigen benötigen leichten Zugang zu allen Leistungen, Angeboten und Diensten der Pflege und sozialen Strukturen. Sachsen hat im Jahr 2010 in Absprache mit Krankenkassen und Landesverband Geriatrie ein Konzept zur Versorgung beschlossen. Die Behandlung der betagten Patienten soll in Zukunft in geriatrischen Zentren erfolgen. Das Geriatriezentrum des Städtischen Klinikums Görlitz wurde zu einer von vier Geriatrischen Modellregionen Sachsens ernannt. Es hat die fachliche und organisatorische Leitung des Netzwerkes für den Landkreis Görlitz übernommen.