Die warmen Apriltage ziehen nicht nur Spaziergänger im näheren Wohnumfeld an die frische Luft, sondern auch ziemlich sonderbar anmutende blaue Käfer mit kurzen Flügeln. Es handelt sich um Ölkäfer, das Insekt des Jahres 2020.

Die Ölkäfer werden auch in der Oberlausitz immer seltener

Dem Käfer sind momentan auch die Ranger im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft auf der Spur. Die Art wird bekanntlich immer seltener. Noch kommt sie auf trockenen Wiesen, Heiden an Wegrändern und manchmal auch in Gärten vor.

„Die Tiere reagieren sehr empfindlich auf Insektizide, daher sind sie auch bei uns gefährdet. Im eigenen Garten hat es jeder selbst in der Hand, diesen spannenden Käfern einen Lebensraum zu bieten“, so Mario Trampenau, der Insektenspezialist im Biosphärenreservat.

Gut lassen sich die kleineren Männchen von den bis zu vier Zentimeter langen plumpen Weibchen unterscheiden. Diese tragen Eier in ihrem Hinterleib, wovon sie im April und Mai jeweils mehrere Tausend in kleine Erdlöcher legen. Danach sterben die Käfer. Die Larven, welche erst nach einem Jahr aus den Eiern schlüpfen, erwartet aber ein abenteuerliches Leben. Sie krabbeln auf Blüten und warten auf ganz bestimmte Wildbienen.

Die Ölkäferlarven plündern Eier von Wildbienen

Denn die ahnungslose Biene holt Pollen von der Blüte, die Larve heftet sich an und wird mit in den Bau geflogen. Dort frisst die Käferlarve das Bienenei und plündert die eingelagerten Pollen. Im März des Folgejahres kommt dann ein fertig entwickelter Ölkäfer aus dem Bienenbau gekrabbelt.

„Es braucht also Wiesen mit vielen Pflanzenarten und die richtigen Wildbienen, damit der auch als Maiwurm bekannte Ölkäfer bei uns weithin zu beobachten ist“, resümiert Torsten Roch, Leiter der Biosphärenreservatsverwaltung. Im Biosphärenreservat wird dafür gerade der Eisenberg bei Guttau wieder mit Schafen beweidet. Diese halten die Flächen offen und schaffen so Raum für Blüten, Bienen und Käfer, teilt das Biosphärenreservat mit.