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| 18:32 Uhr

Naturschutz
Turm des Militärs dient jetzt Fledermäusen als Zuhause

Impression vom Explosionsort südwestlich von Bärwalde unweit der dortigen Schaltanlage.
Impression vom Explosionsort südwestlich von Bärwalde unweit der dortigen Schaltanlage. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Bärwalde. Der Freistaat Sachsen verwandelt das Bärwalder Militärgelände in ein Naturparadies.

Zwischen Bärwalde und Lippen erstreckt sich eine großflächige Heidelandschaft. Zu DDR-Zeiten ist das Areal militärisch genutzt worden. Konkreter gesagt, befand sich dort Ende der 1980er-Jahre ein Panzerschießplatz im Bau, dann machte die politische Wende weiteren Vorhaben einen Strich durch die Rechnung.

Inzwischen hat sich die Natur das einstige Militärgebiet zurückerobert. Und das mit tätiger Mithilfe des Menschen. Inzwischen wurden durch den Flächeneigentümer, den Staatsbetrieb Sachsenforst, die Armeebauwerke entfernt und Flächen entsiegelt. So verschwanden Betonplattenstraßen, Baracken und Feuerstellungen. Nach Angaben von Holm Berger, Leiter des Forstreviers Milkel, blieb lediglich ein Beobachtungsturm stehen. Dieser erfuhr einen Umbau als Fledermausquartier.

Heute befindet sich das Gelände überwiegend in der höchsten Schutzzone des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Das bedeutet, dass dort keine menschlichen Eingriffe mehr stattfinden und sich die Natur ungestört entwickeln kann. In der umgebenden Pufferzone erfolgt laut Berger auch weiterhin Landschaftspflege. Das Ziel: Die aus Naturschutzsicht wertvollen Lebensräume sollen dauerhaft erhalten und entwickelt werden.

Allerdings befindet sich auf dem früheren Militärgelände noch immer ein größerer Block in Plattenbauweise, der einst als Verwaltungsgebäude dienen sollte. Geplant war zudem ein Küchengebäude, das allerdings nie realisiert worden war, weiß der Boxberger Heinz Petschick. Dieses Areal befindet sich in Privatbesitz. Im Frühjahr hatte dort eine Explosion stattgefunden. Ein Wachhaus, unmittelbar neben dem Block, wurde dabei komplett zerstört. Was mit dem Anwesen, das von allen Seiten von Wald umgeben ist, passieren soll, ist ungewiss.