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Nasse Keller – Gemeinde schmiedet Rettungsplan für Anwohner

Das Problemgebiet in Daubitz. Die Bewohner der vier Gehöfte bekommen es immer wieder mit feuchten Kellern zu tun.
Das Problemgebiet in Daubitz. Die Bewohner der vier Gehöfte bekommen es immer wieder mit feuchten Kellern zu tun. FOTO: GeoSN
Rietschen. Äußerst alarmierend klang, was Rietschener Bürger kürzlich im Gemeinderat loszuwerden hatten. Frühjahr für Frühjahr, sagten sie, stünde Wasser auf den Daubitzer Wiesen und laufe in ihre Keller. dpr

Die Häuser seien über die Jahre so feucht geworden, dass sogar schon die Matratzen schimmelten. Wo das Problem liegt, glaubten die Anwohner zu wissen: Ein verrohrter Graben, der über die Wiese führt, sei zu klein im Durchmesser, um das Wasser abzuleiten.

Im Gemeinderat erklärte sich Gerd Wenzel (Freie Wähler), zugleich Chef der Schlesischen Agrargenossenschaft, der die Flächen gehören, bereit, das Problem bei einem Vor-Ort-Termin zu erörtern. Zugleich ließ er durchblicken, dass die Agrargenossenschaft der Gemeinde die Grabenfläche verkaufen könnte. Damit wäre die Möglichkeit gegeben, den Graben zu öffnen und das Wasser in die Raklitza abzuleiten.

Auf die Gemeinde würden damit freilich Kosten in nicht unerheblicher Höhe zukommen, so Bürgermeister Ralf Brehmer. Zum einen für den Flächenkauf, zum anderen für die nötigen Arbeiten. Bei dem Termin in der vergangenen Woche einigte man sich deshalb darauf, das Vorhaben von seiner technischen Seite zunächst von einem Ingenieurbüro prüfen zu lassen. Es müsse sichergestellt sein, dass die Nässe auf diese Weise tatsächlich abgeleitet werden kann, erklärt Brehmer. Dabei sei zum Beispiel die Frage, ob das Gefälle ausreichend ist. Immerhin müsste zwischen dem Graben und der Raklitza ein Abfluss von etwa 400 Metern gezogen werden. Gibt das Planungsbüro grünes Licht und sollte das so funktionieren, müsste danach der Gemeinderat selbstverständlich noch die entsprechenden Beschlüsse fassen, so der Bürgermeister weiter.

Dabei ließen sich die Kosten möglicherweise deutlich senken. Dann nämlich, so Brehmer, wenn die Grabenöffnung als ökologische Ausgleichsmaßnahme anerkannt wird. Dazu müsste ein Unternehmen gefunden werden, das in der Nähe baulich in die Natur eingreift. Natürlich denke die Gemeinde dabei zunächst an Vattenfall. Der Betreiber des Tagebaus Reichwalde ist derzeit noch damit beschäftigt, in Rietschen den Schöps umzuverlegen.