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| 13:33 Uhr

Versicherung
Nächste Krankenkasse weg

Weißwasser. IKK classic schließt in Weißwasser und bündelt ihre Kräfte in Hoyerswerda. Von Regina Weiß

Nach der DAK und der Barmer verlässt nun auch die IKK classic die Große Kreis­stadt. Am 31. Oktober wird die Geschäftsstelle an der Muskauer Straße geschlossen. Damit steht ein weiteres Geschäft an der B 156 in Weißwassers Innenstadt leer.

SPD-Bundestagsabgeordneter Thomas Jurk kann den Schritt überhaupt nicht nachvollziehen. Er hat seine Kritik in einem Schreiben an den Vorstand zum Ausdruck gebracht. Vor allem die Argumentation, dass sich das Verhalten der Versicherten verändert habe, sei für ihn nicht nachvollziehbar. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ältere Menschen die Hotline oder das Internet nutzen wollen“, so Jurk.

Andrea Ludolph von der Pressestelle Sachsen der IKK Classic erklärt auf Nachfrage der RUNDSCHAU, dass die Kasse Veränderungen im Kundenverhalten verzeichnet habe. War noch vor zehn Jahren die Geschäftsstelle erster Anlaufpunkt für die Versicherten, nutzten viele heute zunehmend digitale Services wie Mail, Telefon und Onlinedienste. Die individuelle Vor-Ort-Beratung in den Geschäftsstellen werde vor allem bei komplexen Anliegen von Versicherten wahrgenommen. Um dort optimal aufgestellt zu sein, wo Nachfrage besteht, passe man die Betreuungsstrukturen in der Region an.

In diesem Zusammenhang schließen die IKK-Geschäftsstellen in Weißwasser und Niesky. Gebündelt werden die Kräfte am Standort Hoyerswerda. Hier wird das bestehende Servicecenter derzeit  ausgebaut. Die in den Geschäftsstellen Weißwasser und Niesky tätigen zwei Mitarbeiterinnen verstärken ab November das Team in Hoyerswerda.  Dort könne man auch längere Öffnungszeiten anbieten.

Derweil mussten in Weißwasser und Niesky wegen der sinkenden Nutzung der Geschäftsstelle vor Ort die Öffnungszeiten in den vergangen Jahren bereits entsprechend reduziert werden.

Aktuell wohnen in und um Weißwasser etwa 2900 und in Niesky und Umland rund 3000 Versicherte. Die IKK classic verzeichnet seit 2012 im Landkreis Görlitz einen Versichertenrückgang von zirka sechs Prozent, so Andrea Ludolph. Welchen Grund es für die Versicherten gibt, die Kasse zu wechseln, darüber kann nur spekuliert werden.