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Nachgefragt Klaus Grehn gibt Parteibuch zurück

Klaus Grehn , Ex-Bundestagsabgeordneter der Linkspartei.PDS, ist aus der Partei ausgetreten .
Klaus Grehn , Ex-Bundestagsabgeordneter der Linkspartei.PDS, ist aus der Partei ausgetreten . FOTO: Archivfoto
Hoyerswerda.. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Hoyerswerda/Kamenz, Dr. Klaus Grehn (Linkspartei.PDS), ist aus der Partei ausgetreten. Gegenüber der RUNDSCHAU hat der 66-Jährige inzwischen bestätigt, dass er sein Parteibuch zum 1. November 2006 zurückgegeben hat. Archivfoto



Was waren die Gründe, die Sie zum Austritt bewegt haben„
Ich kann die Politik, die von der Parteispitze betrieben wird, nicht mittragen. Der Weg der Parteiführung ist nicht mehr der Weg der Basis. Mit dem Gedanken auszutreten habe ich mich schon seit einiger Zeit beschäftigt - der Entschluss ist keine Kurzschlusshandlung.

Inwiefern entfernt sich die Linkspartei. PDS von der Basis“
Sie verlässt im sozialen Bereich zu oft ihre Grundposition. Hier muss die Partei konsequent bleiben. Gerade wenn man die Politik des Berliner Senats betrachtet, an dem die PDS beteiligt ist, wird klar, dass zu sehr darauf geachtet wird, was der Koalitionspartner wünscht. Gerade das Soziale zählt aber zu den Kernpunkten der Partei-Identität. Angesichts dieser Entwicklung sind Wählereinbußen von bis zu 20 Prozent nicht verwunderlich.

Gilt das auch für das schwache Abschneiden des Linkspartei.PDS-Kandidaten Ralf Haenel bei der Oberbürgermeister-Wahl in Hoyerswerda„
Ich bin davon überzeugt, dass sich die „große“ Politik auf die kommunale Ebene auswirkt. Die Partei hat an Glaubwürdigkeit verloren und das ist auch am OB-Wahlergebnis ablesbar. Bei der Bundestagswahl 2005 hatte ich in Hoyerswerda die meisten Stimmen als Direktkandidat. In der Zwischenzeit kann ich jedoch nicht erkennen, was auf lokaler Ebene einen solchen Einbruch erklärt, den lokalen Akteuren ist hier kein Vorwurf zu machen.

Sollte die Linkspartei.PDS generell besser Oppositionspartei bleiben“
Im Moment hielte ich das für angebracht. Ich sehe keine Partei, mit der zurzeit ein Zusammengehen ohne Identitätsverlust denkbar ist. Und jede Demokratie braucht eine starke Opposition. Das ist die Linkspartei.PDS im Moment nicht.

Wie geht es mit Ihnen politisch weiter?
Ich bleibe auch ohne Parteibuch ein politischer Mensch und werde weiter im Drochower Ortsbeirat mitarbeiten. Mir geht es darum, Sacharbeit zu leisten und nicht parteipolitische Grabenkämpfe mitzuspielen.

Mit Klaus Grehn
sprach Martina Hanold