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| 20:52 Uhr

Spende abgelehnt
Nach Wolfsriss: Kita will keine neuen Ziegen von Wolfsschutzverein

Der Wolf hat im Kita-Gehege in Uhsmannsdorf bei Rothenburg zwei Ziegen gerissen. Die Kindereinrichtung lehnt Ersatz vom Verein Wolfsschutz Deutschland ab.
Der Wolf hat im Kita-Gehege in Uhsmannsdorf bei Rothenburg zwei Ziegen gerissen. Die Kindereinrichtung lehnt Ersatz vom Verein Wolfsschutz Deutschland ab. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Rothenburg/Uhsmannsdorf. Die Kindertagesstätte in Uhsmannsdorf bei Görlitz lehnt Ersatz für die beiden Ziegen Lolek und Bolek, die wahrscheinlich vom Wolf gerissen wurden, ab. Der Verein Wolfsschutz Deutschland bedauert dies. „Schade, dass die Kindertagesstätte unser Angebot nicht annehmen will“, sagt die Vorsitzende, Brigitte Sommer.

Ein Mitglied ist am Dienstag vor Ort gewesen und habe sich die Zaunsituation angesehen. Fotos zeigten, dass im rückseitigen Bereich kein ausreichender Schutz gegen wildernde Hunde und auch Wölfe vorhanden sei. „Wir fragen uns deshalb auch, wie es passieren konnte, dass hier mehr als 14 Tage abgewartet worden ist und erst auf den zweiten Riss gewartet wurde, bevor über Sicherungsmaßnahmen nachgedacht wurde“, sagt Sommer.

Erstaunlich sei, dass bereits von einer vorgesehenen Entnahme, also Tötung des Wolfes, die Rede sei, obwohl  der Zaun nicht wolfssicher gewesen sei.  Auch sei es völlig unangebracht, jetzt die Sicherheit von Kindern ins Spiel zu bringen. Schließlich haben die Risse nachts stattgefunden, wenn sich  kein Kind dort aufhalte.

„Unserem Verein liegt der Schutz des Wolfes besonders am Herzen, aber wir haben auch ein offenes Ohr für Weidetierhalter, die Hilfe benötigen und die Hilfe annehmen möchten. Im Fall von Lolek und Bolek fühlen wir selbstverständlich auch mit den Kindern mit, die bedauernswerter Weise ihre Streicheltiere verloren haben.“  Gerade jetzt benötige das Gehege der Kita einen sicheren Zaun, der künftige Übergriffe unmöglich mache. Über das Spendenangebot hatte der Verein auch die Rothenburger Bürgermeisterin Heike Böhm informiert.

Wie Sommer ausführt, wolle natürlich niemand die pädagogischen Fähigkeiten der Kita-Mitarbeiter  anzweifeln. Man sei  nur etwas verwundert über den risikofreudigen Umgang mit anvertrauten Tieren, denn schon beim ersten Ziegenriss hätte man über einen besseren Zaunschutz nachdenken können.

Sommer: „ Es ist immens wichtig für Kinder, die Möglichkeit zu haben, mit Tieren aufzuwachsen und so auch Mitgefühl für andere Lebewesen zu entwickeln. Dieses Mitgefühl ist für Wolf und Ziegen gleichermaßen wichtig“, so die Vereinsvorsitzende abschließend.

(kw)