Ein 37-jähriger Ladendieb hatte im vergangenen Jahr sein Unwesen in Krauschwitz und Weißwasser getrieben. Im August 2019 griff der Langfinger in einem Supermarkt an der Geschwister-Scholl-Straße in Krauschwitz zu. Der polnische Staatsangehörige nahm zwei Päckchen Waschpulver sowie eine größere Tiefkühltasche an sich, informiert die Polizei. Anschließend verließ er das Geschäft, ohne die Ware zu bezahlen. Es entwickelte sich eine wilde Verfolgungsjagd. Nun hat ein Richter den Mann zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren wegen schweren, räuberischen Diebstahls verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Aber der Reihe nach. Eine Mitarbeiterin des Supermarkts bemerkte seinerzeit den Dieb und nahm die Verfolgung auf. Sie erreichte dessen Auto und baute sich beherzt davor auf. Das Fahrzeug, in dem noch ein weiterer bislang Unbekannter saß, hatte sich bereits in Bewegung gesetzt. Der 37-Jährige dachte jedoch nicht daran, vor der 55 Jahre alten Angestellten zu stoppen und fuhr auf sie zu. Die Frau sprang geistesgegenwärtig zur Seite. Die Karosse des Autos traf dennoch ihr Bein, verletzte sie aber glücklicherweise nicht.

Wilde Verfolgungsjagd und Sprung aus fahrendem Auto

Der Pkw brauste anschließend in Richtung Weißwasser davon. Alarmierte Polizisten machten das Auto wenig später auf der Heinrich-Heine-Straße in der Glasmacherstadt ausfindig und folgten ihm. Während der anschließenden Verfolgungsfahrt beging der Tatverdächtige weitere Straftaten, gefährdete und verletzte andere Verkehrsteilnehmer, so die Polizei.

Auf der Rosa-Luxemburg-Straße sprangen die Täter aus dem noch immer fahrenden Auto. Das Fahrzeug prallte daraufhin an die Fassade eines Hauses. Das Duo nahm die Beine in die Hand, kam jedoch nicht allzu weit. Mehrere Passanten versperrten den Beiden wenig später den Weg und ergriffen den 37-Jährigen. Seinem Kumpan gelang hingegen die Flucht.

Die hinzueilenden Polizeibeamten nahmen den Mann vorläufig fest. Ein Drogentest legte kurz darauf den Verdacht nahe, er könnte sein Unwesen unter dem Einfluss berauschender Mittel getrieben haben. Die Ordnungshüter veranlassten eine Blutentnahme. Zu allem Überfluss verfügte der Beschuldigte über keine gültige Fahrerlaubnis.

„Die Polizei bedankt sich für die beherzte Unterstützung der Mitarbeiterin sowie der Passanten, die zur Ergreifung und nunmehr zur Verurteilung des Mannes führten“, sagt Polizeisprecherin Anja Leuschner.