Ihnen wurde vorgeworfen, in der Nacht zum 2. April 2014 in das Korczak-Haus in Weißwasser sowie in das Ärztehaus in Krauschwitz in der Geschwister-Scholl-Straße eingebrochen zu sein. Dabei sollen sie mehrere Hundert Euro erbeutet sowie einen Beamer und einen Laptop entwendet haben. Ferner sollen die beiden Männer im Zuge der Einbrüche einen Sachschaden in Höhe von mehreren Tausend Euro verursacht haben.

In einem Rechtsgespräch vor der Beweisaufnahme erörterten Verteidigung, Staatsanwaltschaft und der Vorsitzende des Schöffengerichtes, Richter Ralph Rehm, die Festsetzung einer Strafobergrenze. Als Höchstmaß wurde dabei eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren festgelegt, sofern die Geschwister ein "glaubhaftes Geständnis der ihnen vorgeworfenen Taten" ablegen, so das Gericht.

Mit dem Geständnis fingen sodann die Eilenburger an: Während einer der beiden behauptete, sie seien aus purer Langeweile vom über 200 Kilometer entfernten Eilenburg nach Weißwasser aufgebrochen, gab der andere an, sie haben auf den Markt in Polen gewollt. Dort hätten sie Zigaretten und Bier kaufen wollen.

Auf der Fahrt sei ihnen der Gedanke gekommen, einen Einbruch zu verüben. "Ich hatte Geldprobleme", sagte einer der Beiden, "und habe nach Diakonie gegoogelt. Da gibt es immer was zu holen." Zufällig seien sie dann vom Korczak-Haus nach Krauschwitz gekommen. Nach Polen sind sie nach den Einbrüchen nicht mehr gefahren.

Erst an der Autobahnabfahrt Bautzen-Ost hatte ihre Fahrt ein Ende. Dort wurden sie kurz vor 3 Uhr vom Zoll kontrolliert. "Wir entdeckten Brechstangen, Handschuhe, Sturmhauben und Bargeld", erzählte der Zollbeamte. Das Werkzeug, so rechtfertigte einer der Brüder, habe sich im Auto befunden, weil er als Handwerker arbeite.

Oberstaatsanwalt Sebastian Matthieu hegte arge Zweifel an dem Geständnis. "Warum brechen Sie am Abend nach Polen auf, um auf einem geschlossenen Markt Zigaretten und Bier zu kaufen", wollte er wissen. Ihm leuchte es zudem nicht ein, dass die Brüder der Autobahn nicht nach Görlitz gefolgt sind, sondern die längere Strecke nach Bad Muskau auf sich nahmen. Vielmehr glaube Matthieu, die Angeklagten hätten sich gezielt Objekte vorher ausgeguckt. Daher beantragte er, die Verständigung vom Beginn der Verhandlung aufzukündigen. Das Schöffengericht lehnte den Antrag jedoch ab.

Im Plädoyer forderte der Oberstaatsanwalt für beide eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten. Matthieu verwies dabei auf die Vorstrafen der Brüder, die 2008 in Meißen und Riesa in ähnlicher Weise in Gebäude des Deutschen Roten Kreuzes eingebrochen waren. "Wir haben es hier mit krimineller Energie zu tun", so Matthieu. Die Verteidigung ihrerseits bestand darauf, dass es keinen Grund gäbe, an der Vereinbarung vom Verhandlungsbeginn etwas zu ändern. Immerhin hatten beide ihre Tat vollumfänglich eingeräumt. Daher beantragten beide Rechtsanwälte milde Freiheitsstrafen, die zur Bewährung auszusetzen seien.

Das Schöffengericht kam in seinem Urteil zu jeweils einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren, die zu vier Jahren Bewährung auszusetzen ist. Zudem müssen beide 3000 Euro Geldstrafe zahlen. Diese muss, so legte das Gericht fest, monatlich zu 200 Euro entrichtet werden. "Die Strafe wird aufgrund der positiven Sozialprognose zur Bewährung ausgesetzt", begründete Richter Rehm. Zudem hätten sich beide Brüder zum Tatvorwurf geständig gezeigt, auch wenn einzelne Indizien auf eine andere Motivlage hindeuten würden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.