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| 15:48 Uhr

Begegnungszentrum St. Marienthal
Nach den Häusern kommt der Viehhof dran

Stiftungsdirektor Michael Schlitt zeigt vor Ort den Plan für die Umgestaltung des Viehhofs.
Stiftungsdirektor Michael Schlitt zeigt vor Ort den Plan für die Umgestaltung des Viehhofs. FOTO: Uwe Menschner
Ostritz. Bei der Sanierung konzentriert sich das  Internationale Begegnungszentrum St. Marienthal jetzt auf die Außenanlagen. Der Gebäudebestand ist komplett erneuert.  Von Uwe Menschner

Die Stiftung Internationales Begegnungszentrum (IBZ) St. Marienthal hat die Sanierung ihrer 15 vom Klosterstift St. Marienthal gepachteten Gebäude abgeschlossen. Den Schlusspunkt hatte im Dezember 2017 der frühere Pferdestall gebildet, der nunmehr als Lager- und Abstellraum dient. Mehr als 15 Millionen Euro investierte das IBZ mithilfe verschiedener Fördermittelgeber seit 1994 in seinen Gebäudebestand.

Doch das bedeutet nicht, dass die Bautätigkeit auf dem Areal beendet ist. „Wir wollen jetzt auch unsere Außenanlagen fertig sanieren“, erklärt Stiftungsdirektor Michael Schlitt. „So bildet der Viehhof, der sich unmittelbar hinter dem ersten Klostertor erstreckt, gegenwärtig noch einen Schandfleck und passt überhaupt nicht zwischen die denkmalgeschützten und aufwendig sanierten Nachbargebäude.“

Tatsächlich: Der vom Jugendgästehaus St. Clemens, dem Gästehaus St. Hedwig und dem Tagungszentrum Celsa-Pia-Haus begrenzte Innenhof präsentiert sich als triste, graue Pkw-Abstellfläche mit gefährlichen Stolperfallen aufgrund der unterschiedlich hohen Betonplatten.

Einstmals trug der Viehhof seinen Namen zu Recht: Noch bis 1989 prägten große Misthaufen oberhalb und Güllegruben unterhalb Anblick und Geruch. Die umstehenden Gebäude dienten als Rinderställe. Doch mit der politischen Wende kam auch das Ende für die Landwirtschaft auf dem Klostergelände.

Ab dem Herbst soll zunächst die Stahlbetonschicht  beseitigt und die Fläche somit entsiegelt werden. Anschließend wird der Hof zu einer Art „Amphitheater“ mit 150 Sitzplätzen gestaltet. „Wir wollen hier Freilufttheater und Konzerte unter freiem Himmel ermöglichen“, so Michael Schlitt. Die Kosten für die Neugestaltung des ehemaligen Viehhofs betragen circa 120 000 Euro. Der Koordinierungskreis für das Regionalmanagement Östliche Oberlausitz hat bereits grünes Licht für die Förderung gegeben. Eine weitere Neuerung hinsichtlich der Stiftung IBZ betrifft die ehemalige Propstei, die auf Bitten der Äbtissin kostenlos an das Klosterstift zurückgegeben wird. In der Propstei befindet sich die Wohnung des Spirituals, der als Hausgeistlicher des Klosters St. Marienthal fungiert. Gegenwärtig werden in dem Gebäude noch Hochwasserschäden aus dem Jahr 2010 beseitigt. Die Propstei war bis in die DDR-Zeit Sitz des Propstes, der für wirtschaftliche und juristische Angelegenheiten zuständig war.