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| 17:43 Uhr

Feuerwehr
Nach 16 Jahren den Staffelstab weitergereicht

Ulrich Dutsch (l.) hat den Staffelstab der Wehrleitung an Sebastian Krahl übergeben.
Ulrich Dutsch (l.) hat den Staffelstab der Wehrleitung an Sebastian Krahl übergeben. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Sebastian Krahl folgt auf Ulrich Dutsch als Leiter der Stadtwehr von Bad Muskau. Von Regina Weiß

Feuerwehrmann ist Mann mit Leib und Seele. Das würde  Ulrich (Uli) Dutsch sofort unterschreiben. Seit 1970 gehört er offiziell zu den Reihen der Floriansjünger. Wenn man die Zeit der Arbeitsgemeinschaft junger Brandschützer noch mitzählt, dann gehört der Bad Muskauer noch länger zur Truppe. 16 Jahre davon reichte ihm „nur“ Retten und Löschen nicht aus, er hatte sich auch den Hut beziehungsweise den Helm für die Stadtwehr aufgesetzt. Diesen Staffelstab hat er nun weitergeben. Der neue Chef der städtischen Wehr heißt Sebastian Krahl. Der 31-Jährige war schon zwei Jahre lang der Stellvertreter von Ulrich Dutsch und wurde in den letzten Monaten gerade auch mit Hilfe von Stadtwehrleiter Andreas Haertel auf seine neue Aufgabe vorbereitet. „Ich denke, der Sebastian packt das, und deshalb habe ich ihn als meinen Nachfolger vorgeschlagen“, erzählt Ulrich Dutsch im Gespräch mit der RUNDSCHAU.

Alter und neuer Chef haben in ihrem Leben durchaus die eine oder andere Gemeinsamkeit. Beiden lag sozusagen die Feuerwehr in den Genen. Die Väter ebneten den Weg. Ulrich Krahl nahm seine Söhne mit ins Gerätehaus. Beide blieben dem Metier treu. Der eine in Berlin, der andere in der angestammten Heimat. Kein Problem habe der Papa damit, dass der Sohn nun sein Chef sei. „Nur noch für wenige Monate“, lacht dieser. Dann wechselt Ulrich Krahl in die Alters- und Ehrenabeilung. Die ist auch bald für Ulrich Dutsch in Sichtweite. Mit 63 Jahren hätte er noch ein Jahr Chef sein können. Doch er hat sich dann doch für den Schnitt jetzt entschieden.

„Ich mache eins richtig.“ Dieser Devise ist er seine ganze Zeit bei der Feuerwehr treu geblieben. Und das übernimmt auch sein Nachfolger. „Ich habe mich beim Fußball abgemeldet“, ist die Folge. So kann er sich neben seiner Arbeit als Schlosser in der Firma Neumann in Krauschwitz – die Geschäftsführung steht hinter dem Ehrenamt ihres Mitarbeiters – voll auf den Leitungsjob konzentrieren. Dieser hat es durchaus in sich. Schichtpläne sind zu schreiben, die Wartung der Technik zu organisieren, neue Einsatzkleidung, die demnächst bestellt werden muss, zu testen, Ausbildung zu organisieren und die Nachbereitung von Einsätzen zu schreiben. Und die sind auch nicht ohne. Es gibt welche, da kann Uli Dutsch noch heute fast minutiös die Gegebenheiten und Handgriffe schildern. Der mit einem verschütteten Mann in der Bad Muskauer Siedlung ging ihm am meisten an die Nieren, noch dazu, weil Falschmeldungen dazu übers Radio liefen und die Feuerwehr ins falsche Licht rückten. „Um das Ganze zu verarbeiten, muss man reden. Das mussten wir auch erst lernen“, so Ulrich Dutsch.

Überhaupt ist reden für den Zusammenhalt in der Feuerwehr von absoluter Wichtigkeit. „Mit- und nicht übereinander“, so Ulrich Dutsch. Klar könnte es da auch mal wie in einer Ehe rumpeln, aber es müsse ausgesprochen werden. Denn Feuerwehr ist nicht irgendein Verein. Schließlich müsse man sich aufeinander verlassen können, wenn es brenzlig wird. Dazu gehöre auch, dass im Einsatz Ansagen Folge zu leisten ist. „Wir sind eine Einheit“, schätzt Sebastian Krahl ein.

Und wird er nun als neuer Chef anders vorgehen? „Klar hat die Jugend andere, neue Ideen“, ist sich Ulrich Dutsch sicher. Doch das Feuerwehr-Einmaleins habe trotz allem Bestand. Das kann Sebastian Krahl nur bestätigen. Er spielt sozusagen den Ball zurück. Ältere Kameraden könnten mit Rat und Tat helfen. „Sie haben viele Erfahrungen. Davon kann man nur lernen.“

Die Wehrleitung der Freiwilligen Feuerwehr Bad Muskau ist jüngst vom Stadtrat mit überwälltigender Mehrheit bei einer Gegenstimme berufen worden.
Das sind im Einzelnen: Hauptbrandmeister Andreas Haertel als Stadtwehrleiter, Sebastian Krahl als Ortswehrleiter Bad Muskau-Stadt und Frank Hebig als Ortswehrleiter Bad Muskau-Köbeln.