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| 16:56 Uhr

Weltkulturerbe
Muskauer Park macht in London von sich reden

Bad Muskau. Die Sicherungsarbeiten an der Brauerei beginnen im Mai. Die Ausschreibungen dafür laufen. Von Regina Weiß

Die Bad Muskauer müssen sich etwas in Geduld üben. Darum hat Cord Panning, Geschäftsführer der Stiftung Fürst-Pückler-Park und Parkleiter, jüngst in der Stadtratssitzung gebeten. Da war nämlich die Frage aufgekommen, wann es denn endlich losgehe mit Arbeiten an dem Gemäuer in der Mitte. Die Brauerei habe ähnliche Dimensionen wie das Neue Schloss und dort habe es schließlich auch Jahrzehnte gebraucht, warb Panning um das Verständnis in der Bevölkerung.

Fakt ist, seit über einem Jahr ist der Freistaat Sachsen Besitzer der Immobilie. Vorher stand diese rund 25 Jahre leer. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Ministerpräsident (MP) Michael Kretschmer (CDU) am Samstag im Schloss bei einer Presserunde. Rund eine Million Euro werden in Sicherung und Abriss gesteckt.

Die denkmalschutzrechtliche Genehmigung für das Vorhaben ist erteilt worden. In Abstimmung mit der Denkmalpflege werden nicht erhaltenswerte Gebäude und Gebäudeteile, die in keinem Kontext zur historisch bedeutsamen Entwicklung der Liegenschaft stehen und deren Bausubstanz schlecht ist, abgebrochen. Weiterhin werden umfangreiche Sicherungsmaßnahmen an den zu erhaltenden Gebäuden durchgeführt, unter anderem werden Notdächer errichtet, Dacheindeckungen wiederhergestellt und eine neue Dachentwässerung angebracht.

Zum gefahrlosen Begehen der zu erhaltenden Gebäude sowie zur Zugangssicherung dieser Gebäude erfolgen Schuttberäumungen, Schließung von Deckendurchbrüchen und Gebäudeöffnungen, die Installation  der Beleuchtung. Entlang der Berliner Straße und der Hauptzufahrt wird zudem der Zaun ergänzt oder erneuert. Die Planungen und Vorbereitungen laufen beim Staatsbetrieb Zentrales Flächenmanagement Sachsen (ZMF). Der Staatsbetrieb Immobilien- und Bauaufgaben (SIB) überwacht das Ganze. Laut Panning laufen derzeit die Ausschreibungen. Ab Mai soll gebaut werden. „Ende des Jahres wird es dort schon ganz anders aussehen“, so Panning gegenüber den Stadträten.

2019/20 könnte es dann weitergehen. Die historische Fassade, die in den 40er-Jahren verschwand, soll wieder errichtet werden. Originalteile davon gibt es bei der Stiftung noch. „Ich denke, dass es wieder ein Schmuckstück wird“, ist sich Michael Kretschmer jetzt schon ziemlich sicher.

Der MP will übrigens den „Muskauer Park mit nach London nehmen“. Am 4. und 5. Oktober wird es soweit sein. Dann präsentiert sich der Freistaat Sachsen anlässlich des Tages der Deutschen Einheit in der Hauptstadt von Großbritannien, genauer in der Deutschen Botschaft. Quasi was Pückler von England mitbrachte, die Anregung zum Landschaftsgarten, soll nun Werbung für denselben machen. Cord Panning erklärte, dass man sich gemeinsam mit den polnischen Partnern auf diesen Termin vorbereiten werde.