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| 11:09 Uhr

Muskauer Park
Große Pläne für Pücklers Erbe

 Das Kavalierhaus im Muskauer Park soll zum Besucherzentrum in Sachen Geopark werden. Dafür ist ein Architektenwettbewerb in Vorbereitung. Aller Voraussicht nach wird über dessen Start im Herbst im Stiftungsrat befunden.
Das Kavalierhaus im Muskauer Park soll zum Besucherzentrum in Sachen Geopark werden. Dafür ist ein Architektenwettbewerb in Vorbereitung. Aller Voraussicht nach wird über dessen Start im Herbst im Stiftungsrat befunden. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Mehr als 20 Millionen Euro fließen in den nächsten Jahren in den Pückler-Park Bad Muskau. Damit sollen noch mehr Besucher ins Unesco-Weltkulturerbe gelockt werden. Von Regina Weiß

Zeit ist nicht alles, wenn es darum geht, Sachen von Bestand und Wert zu schaffen. So wird der Architektenwettbewerb für das Kavalierhaus im Muskauer Park, anders als beim Stiftungsrat im Oktober 2018 angekündigt, jetzt noch nicht ausgelöst. Es bedarf weiterer Abstimmungsgespräche zwischen Land und Bund. Beide geben nicht wenig Geld für ein Bauprojekt, dass sozusagen Bindeglied zwischen dem Muskauer Park und dem Geopark Muskauer Faltenbogen werden soll. Nicht nur, dass beide von der Unesco geadelt worden sind, ist das eine Teil des anderen. Das soll sich im künftigen Besucher- und Bildungszentrum des Geoparks im Kavalierhaus widerspiegeln. Das alles soll in den optimalen Bauentwurf als Rahmen bekommen.

Architekturwettbewerb wird vorbereitet

Diese Abstimmungsgespräche sollen bis zum Herbst dieses Jahres geführt sein, kündigt der Vorsitzende des Stiftungsrates und Amtschef des Finanzministeriums, Dirk Diedrichs, an. Schließlich soll alles sattelfest sein, wenn es darum geht, Architekten einzuladen, sich mit Ideen für den Bau zu beteiligen. Dabei ist die Qualität das Maß aller Dinge. Es darf nichts passieren, um das Welterbe zu gefährden, unterstreicht Diedrichs.

In der Herbstsitzung des Stiftungsgremiums soll nun der Auslobungstext für den Architektenwettbewerb seine Endrunde drehen. Danach erfolge die Ausschreibung des Vorhabens europaweit. So wie es derzeit aussieht, wird der Wettbewerb in zwei Phasen gestaltet. So soll es möglich werden, die grundsätzliche Idee noch weiter zu verfeinern. Da ist es schon gar nicht mehr verwunderlich, wenn so ein Wettbewerb rund ein Jahr dauern kann. Das heißt, 2021 könnte man genau wissen, wer als Siegerentwurf aus einem möglichst hochkarätigen Wettbewerb hervorgegangen ist.

Notsicherung an der Brauerei fast fertig

Ideen sind auch gefragt, wenn es darum geht die Brauerei mit Leben zu erfüllen. Baulich ist bekanntlich schon einiges passiert. Die Notsicherung ist fast abgeschlossen. Die Beleuchtung für die Verkehrswege erfolge noch, so Jaroslaw Golaszewski, Bautzener Niederlassungsleiter vom Staatsbetrieb Immobilien- und Baumanagement SIB. Für die Fassadensanierung laufe gerade die Entwurfsplanung. 2020 sollen die Arbeiten starten.

Danach schließt als dritter Schritt die Rekonstruktion des Niederländischen Hofes an. Über eine kurörtliche Nutzung auf dem Gelände der Brauerei – die Rede ist vom Eiskeller – ist erst jüngst im Stadtrat geredet worden. Das Nutzungskonzept soll ebenfalls im Herbst im Stiftungsrat vorgetragen werden. Engagiert zeigen sich hier Landrat Bernd Lange und die kreisliche Entwicklungsgesellschaft. Laut Dirk Diedrichs sei man auf einem guten Weg.

Villen im Badepark im Mittelpunkt

Den hat auch der Badepark eingeschlagen. Dort werden derzeit Restarbeiten ausgeführt. Zum einen sind es die Außenanlagen der Villa Bellevue, zum anderen die Putzarbeiten an der Villa Pückler. Diese sollen noch im Juni abgeschlossen werden. Die Außenanlagen brauchen bis in den Herbst. In der Zwischenzeit wird bei der SIB fleißig weiter geplant. Zum einen geht es um das Badehaus. Mit dem Kuppelpavillon und dem Wartebereich für die Waldeisenbahn sind erste Maßstäbe gesetzt. 2020 soll es mit dem Mittelrisalit und dem Nord-West-Flügel weitergehen, kündigt Jaroslaw Golaszewski an.

Orientreise des Fürsten wird im Mittelpunkt stehen

Beim Innenausbau der Villa Pückler plus Neubau – beides wird für die neue Ausstellung über die Orient-Reise des Fürsten Pückler gebraucht – sei man dagegen noch in einer sehr frühen Phase. Wenn die Stiftung Fürst-Pückler-Park ihren Bedarf angemeldet hat, was es braucht, um das Ausstellungskonzept umzusetzen, dann kann der Planungsauftrag erfolgen. Gebaut werden könnte ab 2021. Bis zur Ausstellungseröffnung würde es dann noch mal anderthalb Jahre dauern. Geht es nach Stiftungs-Geschäftsführer Cord Panning, dann könnte gern schon 2022 Ausstellungseröffnung sein.

Brücken im Pückler-Park werden instandgesetzt

Nicht nur die Gebäude haben die Baufachleute im Blick. Auch drei Brücken werden in den nächsten Monaten instandgesetzt und restauriert. Konkret geht es um die Rote Brücke im Bergpark, die Fuchsien- und die Rehderbrücke im Schlosspark. Die Arbeiten werden auch genutzt, um historische Elemente an den Brückengeländern wieder herzustellen. Hier sollen die Arbeiten voraussichtlich Ende 2019 beginnen.

Ein weiterer Baustein im Investitionsprogramm ist das Dominium. Dies fällt wie der dritte Bauabschnitt der Brauerei in das Förderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“, wo der Park gemeinsam mit der Parkstadt in diesem Jahr den Zuschlag bekommen hat.

Drei Millionen auf deutscher Seite investiert

Alles in allem eine Aufzählung, die aufhören lässt. Allein 2019 werden im Muskauer Park auf deutscher Seite drei Millionen Euro investiert. Im nächsten Jahr sind es sieben Millionen Euro. „Rechnet man das weiter, sind es in den nächsten Jahren über 20 Millionen Euro. Und das ohne das Kavalierhaus“, unterstreicht Jaroslaw Golaszewski.

Geld, dass genutzt wird, um neue Angebote zu schaffen, die wiederum neue Gäste nach Bad Muskau locken sollen. Derzeit sind es im Jahresdurchschnitt rund 330 000. Geht es nach Cord Panning sollen es perspektivisch 400 000 Besucher sein.

 Blick von der Fuchsienbrücke auf das Neue Schloss. Die Brücke wird neben der Roten- und der Rehderbrücke saniert.
Blick von der Fuchsienbrücke auf das Neue Schloss. Die Brücke wird neben der Roten- und der Rehderbrücke saniert. FOTO: Regina Weiß
 Das Kavalierhaus im Muskauer Park soll zum Besucherzentrum in Sachen Geopark werden. Dafür ist ein Architektenwettbewerb in Vorbereitung. Aller Voraussicht nach wird über dessen Start im Herbst im Stiftungsrat befunden.
Das Kavalierhaus im Muskauer Park soll zum Besucherzentrum in Sachen Geopark werden. Dafür ist ein Architektenwettbewerb in Vorbereitung. Aller Voraussicht nach wird über dessen Start im Herbst im Stiftungsrat befunden. FOTO: Regina Weiß
 Blick von der Fuchsienbrücke auf das Neue Schloss. Die Brücke wird neben der Roten- und der Rehderbrücke saniert.
Blick von der Fuchsienbrücke auf das Neue Schloss. Die Brücke wird neben der Roten- und der Rehderbrücke saniert. FOTO: Regina Weiß