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Muskauer Geschichte in Sagar erzählt

Redner des Abends: Hans-Joachim Hoffmann (links) und Daniel König gaben Einblick in die Geschichte der Standesherrschaft Muskau.
Redner des Abends: Hans-Joachim Hoffmann (links) und Daniel König gaben Einblick in die Geschichte der Standesherrschaft Muskau. FOTO: mat1
Sagar. Mehr als 30 Besucher sind am Freitagabend zum zweistündigen Museumsgespräch mit Hans-Joachim Hoffmann nach Sagar gekommen. Für den Krauschwitzer war es bereits die 21. Martina Arlt/mat1

Veranstaltung im Handwerk- und Gewerbemuseum. Denn der heute 74-Jährige ist noch heute voller Tatendrang und reist durch die Welt. Dieses Mal ging es jedoch nicht um einen Reisebericht.

Am Freitagabend wählte der Krauschwitzer ein ganz anderes Thema. Er sprach über die Standesherrschaft von Muskau und der Waldwirtschaft. Denn seine Vorfahren, sein Vater, Großvater und Ururgroßvater waren fast alle Förster in der Muskauer Standesherrschaft. So war es auch für Revierförster Matthias Kruner ein interessantes Thema. Er begrüßte gern die Anwesenden.

Hans-Joachim Hoffmann eröffnete den Abend mit einem Ausschnitt aus der Ouvertüre vom Freischütz und brachte ein Jagdsignal zu Gehör. Im Laufe des Abends gab er einen kurzen Einblick in die Waffentechnik von vor 200 Jahren. "Heute möchte ich in meinem Vortrag die Vorfahren sozusagen zum Leben erwecken und habe auch eine Ahnentafel dabei, die 2004 erstellt wurde", so Hans-Joachim Hoffmann. Dabei lud sich der Krauschwitzer unterstützend Daniel König aus Weißkeißel ein. Der las Auszüge aus Briefwechseln von Pückler und auch aus Tagebüchern des Fürsten Hermann von Pückler, so beispielsweise aus dem Brief Nr. 147.

Daniel König gab zudem auch Ausschnitte aus dem Kirchenbuch Muskaus wieder. Hans-Joachim Hoffmann zeigte zu diesem Thema 70 Dias, die die Betriebseinteilung der Standesherrschaft Muskaus aufzeigte, und stellte Kartenmaterial auf der Leinwand dar. Mit seinem Wissen möchte der noch immer rüstige Senior besonders die Vereinsmitglieder des Museums Sagar unterstützen, denn sie wollen ein Förster-Buch erstellen. Darin soll die Standesherrschaft Muskau "die Hauptrolle" spielen.

Als Hingucker des Abends galt die beleuchtete Vitrine im Museum, die von dem Krauschwitzer Redner gestaltet wurde. Darin befanden sich zum Vortragsabend Geschenke vom Fürsten Pückler, die er an seine treusten und tüchtigsten Jäger und Leibwächter übergab. Dazu gehörten eine goldene Taschenuhr von 1839, ein Hirschfänger von Fritz Hoffmann - ein Vorfahr von Hans-Joachim Hoffmann, ein Aschenbecher der Standesherrschaft Muskau im Besitz der Grafen von Arnim, eine Puderdose von Fürstin Lucie sowie eine Jagd- und Trinkflasche mit Stillleben. "Diese Geschenke wurden noch nirgends gezeigt, das ist heute Premiere", sagt Hans-Joachim Hoffmann, dessen Vorfahren allesamt Förster in der Standesherrschaft waren.

Eigentlich ist Hans-Joachim Hoffmann für seine Vorträge von Reisen und Urlauben bekannt. Über seine tollen Reisen, Zeltabenteuer in Alaska oder Ski- und Snownboardreisen, die er bereits in seinem Leben startete, gab er in den letzten zehn Jahren zahllose Reiseberichte im Museum in Sagar. Hans-Joachim Hoffmann ist zweimal im Jahr ist er als Redner im Gewerbemuseum zu Gast.