| 02:56 Uhr

Musikalischer Start ins Jahr

60 Sängerinnen und Sänger des Gemischten Volkschores und des Männergesangvereins 1845 Bad Muskau – hier unter der Leitung von Alexander Quint – standen bei einem Neujahrskonzert erstmals gemeinsam auf einer Bühne.
60 Sängerinnen und Sänger des Gemischten Volkschores und des Männergesangvereins 1845 Bad Muskau – hier unter der Leitung von Alexander Quint – standen bei einem Neujahrskonzert erstmals gemeinsam auf einer Bühne. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Familie von Arnim hat definitiv zu klein gebaut. Der Festsaal des Neuen Schlosses im Muskauer Park mit seinen 220 Plätzen hätte am Sonntagnachmittag das doppelte an Gästen aufnehmen müssen, um alle Musikinteressierten zu befriedigen. Regina Weiß

Um 14.15 Uhr kamen die ersten Besucher, um einen Platz für das Konzert, das 16 Uhr begann, zu ergattern. Viele, die es später versuchten, mussten unverrichteter Dinge wieder abziehen. Der Frustpegel bei einigen verhinderten Konzertbesuchern war groß. Die Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung konnten sich einige unschöne Kommentare am Eingang anhören.

Buntes Repertoire

"Wir schenken Euch ein Lied", sangen die Frauen und Männer des Gemischten Volkschores Eintracht Bad Muskau und des Männergesangvereins 1845 als Zugabe im Saal. Die Gäste hatten mehr als 90 Minuten so manches Lied gehört. Da wurde über Wochenend' und Sonnenschein gesungen, wie über den Ragtime, der ins Blut geht, am Brunnen vor dem Tore oder das Muskauer Heimatlied über die Stadt im Neißetal.

Das Neujahrskonzert 2014 war ein Konzert mit doppelter Premiere. Nicht nur, dass es beide Chöre der Parkstadt gemeinsam gestalteten, sondern dass es auch erstmals im Festsaal des Neuen Schlosses stattfand. Dieser war ja erst im September vergangenen Jahres eingeweiht worden. "Dass es hier im Festsaal stattfindet, ist Ausdruck für die gute Zusammenarbeit zwischen Stiftung und Stadt und ihrer Vereine", so Bad Muskaus Bürgermeister Andreas Bänder (CDU).

Dass die Akustik im Raum super ist, stellten vor allem die fünf polnischen Musiker von Poznan Brass unter Beweis. Ihr "Amacing Graze" oder das "Nessun dorma" aus der Oper Turandot sorgten schon für Gänsehautgefühl, wogegen "Rosamunde" manchen Gast mitwippen ließ. Derweil die 60 Sängerinnen und Sänger unter Leitung ihrer Dirigenten Björn Sobota und Alexander Quint eifrig geübt hatten, stiegen die Bläser ohne Generalprobe ein. Für alle gab es am Ende den verdienten Applaus.

Moderation Peggy Wolter - vielen aus dem MDR bekannt - sprach im Namen aller Beteiligten, dass das Konzert zu einer guten Tradition werden sollte.

1995 hatte es in der Orangerie das erste Neujahrskonzert in der Geschichte Bad Muskaus gegeben. Später brauchten die Orangenbäumchen den Platz im Winter. Der Männergesangverein - Ideengeber fürs erste Konzert - machte in kleinerem Rahmen im Kaffee König weiter. "Dafür bin ich den Sängern und ihren Ehefrauen ausdrücklich dankbar", so Andreas Bänder in seiner kurzen Ansprache. Gern hätte er am Sonntagnachmittag seinen polnische Amtskollegen Piotr Kuliniak, den Bürgermeister von Leknica begrüßt. Doch der war aus dienstlichen Grünen leider verhindert. Bänder betonte auch gegenüber einer Delegation aus der Partnerstadt die gute Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg, die mit einer Beinahekatastrophe begonnen hatte. Die Muskauer Feuerwehr fuhr über die Grenze und half, als es vor mehr als 20 Jahren auf dem Polenmarkt in Bad Muskau brannte. Daraus sei eine Zusammenarbeit geworden, die nicht mehr wegzudenken sei. Größtes Zeichen dieser deutsch-polnischen Zusammenarbeit sei die Aufnahme des binationalen Muskauer Parks in die Unesco-Welterbeliste. 2014 ist das zehn Jahre her. Das werde im Rahmen des deutschen Welterbetages am 1. Juni gefeiert.

Premiere wird ausgewertet

Gefeiert werden soll auch wieder ein Neujahrskonzert. Wie das organisiert werden kann, damit es bei vielen Interessenten nicht lange Gesichter gibt, das will der Bürgermeister auswerten. Ob in der Konsequenz zwei Konzerte stattfinden oder künftig Eintrittskarten verkauft werden, wird sich dann zeigen.

Das Konzert 2014 kam jedenfalls supergut an, fanden nicht nur die geladenen Gäste wie SPD-Bundestagsabgeordneter Thomas Jurk oder CDU-Landtagsabgeordneter Lothar Bienst. "In der Heimat klingt es doch am schönsten", freute sich der 100-jährige Ehrenbürger Werner Manno, die Musiker erleben zu dürfen.