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| 01:05 Uhr

Musikalischer Jahresauftakt in Niesky und Bad Muskau

Niesky/Bad Muskau.. Musikalisch wurden die Bewohner in Niesky und Bad Muskau in das Jahr 2005 geleitet. Sowohl das 3. Philharmonische Konzert in Niesky als auch das Chorkonzert in Bad Muskau waren restlos ausverkauft. Von Rebecca Kresse und André Kurtas

Die Damen hatten ihre besten Roben aus dem Kleiderschrank geholt, die Herren den dunklen Anzug gebürstet. Festlich ging es beim 3. Philharmonischen Konzert im Bürgerhaus in Niesky zu. Unter der Leitung von Dirigent Milos Krejci, seit 1992 Kapellmeister am Theater Görlitz, spielte die Neue Lausitzer Philharmonie unter anderem Werke von Antonin Dvorak, Hector Berlioz oder Georges Bizet. Begeistert zeigten sich die 470 Besucher von Solist Pavel Sporcl. Der junge tschechische Geiger studierte in Prag und den USA, unter anderem an der New Yorker Juiliard School und wird zu den talentiertesten Geigern seiner Generation gezählt. In Niesky trat er mit blauem Piratenkopftuch auf und veranlasste dadurch den einen oder anderen Gast zum Schmunzeln. Seiner Kunst tat dieses unkonventionelle Outfit aber keinen Abbruch.
Landrat Bernd Lange nutzte vor Konzertbeginn die Gelegenheit, Staatsministerin Helma Orosz (CDU) und Bundestagsabgeordneten Michael Kretschmer (CDU) besonders zu begrüßen. Er wünschte allen Anwesenden für 2005 vor allem Gesundheit und Frieden und eine friedliche Entwicklung auch in der Region. Lange will im neuen Jahr besonders die Kurortentwicklung in Bad Muskau und den Radwegebau voran bringen, wie er erläuterte. Außerdem hält er es für geboten, dass sich die demokratischen Parteien nach dem Wahlergebnis im vergangenen Jahr verstärkt mit dem extremen Gedankengut auseinandersetzen. Die Bürgerinnen und Bürger der Region rief er dazu auf, sich mehr auf sich selbst zu konzentrieren und sich auf die Menschen hier zu verlassen. „Wir sollten nicht immer nach außen gucken und auf andere hören, sondern uns verstärkt auf uns selbst und unsere Stärken verlassen.“
In Bad Muskau versammelten sich schon zwei Stunden vor Konzertbeginn die ersten Zuhörer in der Orangerie. Wegen des großen Ansturms konnten leider nicht alle Interessenten beim musikalischen Auftakt der Stadt Bad Muskau dabei sein.
Traditionell gestaltete der Männergesangverein 1845 Bad Muskau diesen Nachmittag. Auch in diesem Jahr bereicherten Bläser aus Cottbus das Konzert, das bereits in elfter Auflage stattfand.
Bürgermeister Andreas Bänder begrüßte die Besucher und wünschte ihnen ein gesundes neues Jahr. In seiner kurzen Neujahrsrede stellte er fest, dass es leider trotz intensiver Bemühungen und mit Unterstützung des Landkreises nicht gelungen sei, den so genannten Durchbruch in der Kurortentwicklung zu erzielen. Nun gelte es, die positiven Vorzeichen für die Entwicklung der Stadt in sichtbare Investitionen umzusetzen. Wie Bänder erläuterte, laufe im Mai der Bestandsschutz für das Kurortprädikat aus. In wenigen Tagen werde man deshalb nun die Antragsunterlagen für das Prädikat Heilbad zur Begutachtung abgeben. „Ich gehe davon aus, dass wir die Voraussetzungen für die Verleihung dieses Prädikates erfüllen“ , so das Stadtoberhaupt. Wichtig dafür war die Fertigstellung der S 127, der Ortsdurchfahrt, einschließlich der dazu gehörigen Gehwege. Nach dreijähriger Bauzeit konnte am 30. September der letzte Bauabschnitt freigegeben werden. Damit verfüge man nun in Bad Muskau über eine ansehnliche und geräuscharme Ortsdurchfahrt mit ordentlichen Gehwegen.
Wie Bänder weiter erklärte, sei Bad Muskau nicht nur eine Stadt mit Park, sondern eine Stadt mitten im Park und unterscheide sich damit von anderen Städten in Deutschland und Europa. Den verliehenen Titel Weltkulturerbe sehe man in der Stadt als eine hohe Auszeichnung und eine hohe Ehre für Bad Muskau. Mit diesem Titel verbinde sich aber auch eine hohe Verpflichtung. So werde man in der Stadtentwicklung verstärkt darauf hinwirken müssen, die Qualität des Stadtzentrums an die des Parks anzupassen. Die feierliche Übergabe der Weltkulturerbe-Urkunde im Mai wird ein herausragendes Ereignis für Bad Muskau und die Einwohner sein.
Hauptschwerpunkt für die Arbeit im Jahr 2005 sei nach Ansicht des Bürgermeisters, die Weiterentwicklung und die Verbesserung der touristischen In frastruktur. Die Realisierung der bevorstehenden Aufgaben ist sehr umfangreich und mit einer Vielzahl von Problemen verbunden. Doch man sei optimistisch, diese Aufgaben gut zu lösen.
Andreas Bänder übergab im Anschluss in der vollbesetzten Orangerie den Stafettenstab an die Sänger und Musiker. Diese hatten zum Neujahrskonzert unter der Leitung von Kantor Martin Baldenius ein ansprechendes Programm zusammengestellt, das bei den Besuchern viel Anklang fand.