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Musik ist mehr als nur Beruf

Britta und Uwe Kamenz sind nicht nur in der Musikschule ein gut eingespieltes Team.
Britta und Uwe Kamenz sind nicht nur in der Musikschule ein gut eingespieltes Team. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Seit 25 Jahren ist die Musik für Uwe Kamenz nicht nur Beruf, sondern Berufung. Auf dieses Jubiläum kann er in diesem Frühjahr mit seiner Musikschule Fröhlich zurückblicken. Regina Weiß

"Ich habe es nicht bereut", blickt er auf 1992 zurück. Damals hat er den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt, dabei hatte er gerade davor doch ganz schönen Bammel.

Auch wenn ihn die Musik schon seit Kindertagen begleitet hat, hörte er auf seine Eltern und lernte erst mal "was Anständiges", wie er der RUNDSCHAU erzählt. BMSR-Mechaniker wurde er. Später arbeitete er im Schaltgerätewerk seiner Heimatstadt Bad Muskau. Doch mit der Wende war klar, das wird unsicher. Er hörte von der Musikschule Fröhlich und folgte einer Einladung nach Hessen zum damaligen Inhaber Dieter Fröhlich. Der damals junge Familienvater hatte noch im Ohr, dass das genau das Richtige für ihn sein wird. Der das sagte, sollte recht behalten.

Seitdem haben Hunderte Kinder und auch Erwachsene bei Uwe Kamenz die Liebe und Begeisterung zur Musik vermittelt bekommen. Auch Ehefrau Britta ist in die Unternehmung mit eingestiegen. Sie übernimmt die Jüngsten in Kita und Grundschule, um sie mit Rhythmus und Melodie vertraut zu machen, damit der Übergang zum ersten Instrument - der Melodica - besser klappt. Außerdem nimmt sie ihrem Mann auch die nicht gerade beliebte Büroarbeit ab. So hat jeder Seins und doch sind sie gemeinsam am Werke. Das klappe gut, versichert das Ehepaar.

Klar, dass im Familienunternehmen auch die Kinder nicht außen vorgeblieben sind. Die längst erwachsenen Töchter Michaela und Stephanie haben das musikalische Gen vererbt bekommen. Die älteste Tochter hat es auch an ihre Kinder weitergegeben. Geradezu stolz zeigt Opa Uwe Kamenz auf dem Handy, wie die Enkelsöhne Jannis und Emil bei der Hausmusik den Takt halten. Da kann man wahrlich davon ausgehen, dass auch die Jüngste im Bunde - die kleine Charlotte - die Liebe zur Musik quasi mit der Muttermilch aufgesogen hat.

Über die ganzen Jahre hat sich Uwe Kamenz in verschiedenen Metiers ausprobiert. Alles unter dem großen Dach der Musik. Er lernte Klavier, Gitarre und Bassgitarre, spielt Akkordeon und Mundharmonika. Er war Bandmitglied oder hat diese geleitet, war und ist im Chor. Eines der jüngeren Familien-Projekte ist "Uwes House Band", die bei kirchlichen Veranstaltungen spielt. Die erste CD gibt es schon.

Auftritte sind auch in der Musikschule Fröhlich das Salz in der Suppe. Wenn die Jüngsten mit den Melodicas erste Stücke intonieren, da geht Eltern und Großeltern das Herz auf und die Musiklehrer freuen sich über die Erfolge. Für das Schülerorchester - dann mit dem Akkordeon - steigen die Anforderungen. Die Krönung ist dann die Aufnahme in die Muskauer Harmonika-Big-Band. Fans dieser Formation gibt es nicht nur in der Parkstadt. Die Weihnachtskonzerte im Lindenhof sind auch für Gäste aus der Region eine Reise wert. Denn wenn Filmklassiker oder Lieder von angesagten Bands wie derzeit "Santiano" im vielstimmigen Akkordeonsound erklingen, sorgt das immer wieder für Begeisterung auf den Rängen.

Sicherlich wird es am morgigen Samstag nicht anders sein, wenn beim Empfang aus Anlass der Grenzplatzeröffnung die Band im Marstall aufspielt.

Genau mit dieser Begeisterung will Uwe Kamenz anstecken. Egal, ob die kleinen Kindergarten steppkes oder die Senioren mit Ü 60. Sie allen gehören derzeit zur Musikschule Fröhlich. Nur eins bedauert der Musiklehrer. Dass er so viele, denen er das musikalische Abc beigebracht hat, in die Ferne ziehen lassen musste.