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Museumsverbund in Stiftung umwandeln

NOL.. Neue Wege möchte der Schlesisch- Oberlausitzer Museumsverbund gGmbH gehen. Die Ideen reichen vom musikalisch umrahmten Königsschmaus bis hin zu einem „Museum für Tafelkultur“ , welches über Ländergrenzen hinweg bereits jetzt Beachtung findet. (cop)


Steffen Menzel, Geschäftsführer der Schlesisch-Oberlausitzer Museumsverbund gGmbH, hat Bernd Lange mit ins Boot geholt.
„Der Landrat befürwortet die Idee einer Umwandlung des Verbundes in eine Stiftung“ , sagt Menzel. Der Kulturausschuss des Kreistages befasste sich bereits vergangene Woche mit der Materie und habe sich positiv dazu geäußert. Außerdem greift noch bis ins Jahr 2011 die Kulturraumförderung. „Dadurch sind Einnahmen in Höhe von rund 45 Prozent weiterhin gesichert.“
Gesellschafter der derzeit bestehenden gGmbH sind der Niederschlesische Oberlausitzkreis sowie die Kommunen Reichenbach, Markersdorf und Königshain. Grund für die geplante Änderung sei eine solidere Basis durch eine Stiftung. Mit einem neuen Betreibermodell könnten zum Beispiel Sach- oder Geldwerte in die Stiftung eingebracht werden.
„Der Konflikt zwischen Bewirtschaftung und Eigentumsfragen würde gelöst“ , argumentiert der Geschäftsführer.
Zum Museumsverbund gehören das Dorfmuseum Markersdorf, das Ackerbürgermuseum Reichenbach, Schloss Krobnitz sowie das Granitabbaumuseum und der Schlosskomplex Königshain.
Dort befand sich bis Ende vergangenen Jahres der Sitz der gGmbH. Notwendige Sanierungsarbeiten machten einen Umzug nach Schloss Krobnitz notwendig (die RUNDSCHAU berichtete).
Für Königshain gibt es mittlerweile Pläne, die bis über Ländergrenzen hinaus reichen. Ein „Museum für Tafelkultur“ soll entstehen und Touristen auch von außerhalb des Landkreises anlocken. Das Motto lautet „Essen und Trinken im Wandel der Zeiten“ . Vom Barock über den Klassizismus bis hin zum Jugendstil präsentieren sich vielleicht bald Teller, Tassen oder Bestecke. Daneben schwebt Steffen Menzel vor, „Gelage durch die Jahrhunderte hinweg“ anzubieten. Mit zur Zeitepoche passender musikalischer Umrahmung sollen Bankette wie Ritterschmaus oder pompöses Königsmahl stattfinden.
Aufgehorcht habe bereits die Fachwelt. Der ehemalige sächsische Justizminister und heutige Präsident der sächsischen Kulturstiftung, Steffen Heitmann, und Professor Hans Ottomeyer, Generaldirektor des Deutschen Museums Berlin, sind Befürworter des Projektes. „Wir haben sogar schon Anfragen aus Frankreich erhalten“ , sagt Steffen Menzel.
Mit Beendigung der Baumaßnahmen am Königshainer Schloss könne Ende 2006 gerechnet werden, hieß es.

Hintergrund Schloss Krobnitz
 Im Stil eines englischen Landschaftsparkes angelegt mit teilweise seltenen Pflanzen, ist heute noch ein Teil der Lindenallee erhalten sowie zwei Teichanlagen mit Sitzgruppen und einem sich zwischen Felsen herabschlängelnden Miniwasserfall.