Sie verschwanden nahezu unbemerkt: Große Sommerwurz, Bastard-Mohn, Fadenenzian und Wunderveilchen. Diese Blumen stehen für über zweihundert Pflanzenarten, die seit 1806 in Sachsen ausstarben. Das sind zehn Prozent der einheimischen Spezies – Tendenz steigend. Eine Schau im Senckenberg Museum widmet sich im August und September dieser „Verlorenen Vielfalt“.

Ein Zeitstrahl zeigt die Veränderungen in der Oberlausitz

Ein zehn Meter langer Zeitstrahl veranschaulicht, wann welche Pflanzenarten zuletzt nachgewiesen wurden. Diverse Exponate wie Herbarbelege, historische Florenwerke Sachsens und Vegetationskarten ergänzen die neun Themenbereiche der Ausstellung, teilt Christian Düker von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit mit.
Die Ausstellung aus dem Botanischen Instituts der Technischen Universität Dresden beleuchtet die Gründe für den Verlust der Pflanzenvielfalt und stellt die Lebensräume vor, aus denen besonders viele Arten verschwanden. Dies betrifft vor allem landwirtschaftlich genutzte Flächen wie Äcker und Wiesen, aber auch Feuchtgebiete.

Oberlausitzer Pflanzensammlungen sind oft Bürgerwissenschaftlern zu verdanken

Herbare, die botanischen Sammlungen von Museen und Hochschulen, sind die Orte, die gepresste Pflanzennachweise über Jahrhunderte bewahren. Diese Archive geben Auskunft über das Verschwinden aber auch das Auftauchen neuer Arten. Die Pflanzensammlungen sind zumeist Bürgerwissenschaftlern zu verdanken, die das Vorkommen der Pflanzen im Laufe der Zeiten dokumentierten.
„Die verlorene Vielfalt – aussterbende und ausgestorbene Pflanzen in Sachsen“ ist bis zum 28. September zu folgenden Öffnungszeiten zu sehen: Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr und am Wochenende von 10 bis 18 Uhr geöffnet.