Im Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz macht sich vorsichtiger Optimismus breit. In der Hoffnung, dass die Schwellenwerte für Corona-Infektionen und Auslastung von Intensivbetten nicht überschritten werden, öffnet das Haus nun wieder seine Türen für die lange entbehrten Besucher.
Allerdings ist eine vorherige Terminvereinbarung sowie ein tagesaktueller Corona-Schnell- oder Selbsttest Voraussetzung für den Museumsbesuch. Die notwendigen Informationen gibt es auf der Internetseite des Museums und auch telefonisch.
Ein bewährtes Hygienekonzept ermöglicht den Gästen einen sicheren Aufenthalt. So müssen alle Besucher ab sechs Jahren während ihres Besuches eine Mund-Nasenbedeckung tragen (medizinisch oder FP2) und ihre Kontaktdaten hinterlassen. Museumspädagogische Veranstaltungen und Führungen können derzeit leider nicht stattfinden. Das teilt Christian Düker vom Museum mit.

Im Görlitzer Naturkundemuseum ist Schönes und Trauriges zu sehen

Schönes und Trauriges vereinen die beiden neuen Ausstellungen im Görlitzer Naturkundemuseum. In der großen Schau „Tot wie ein Dodo“ geht es um die Ausrottung von Tierarten durch den Menschen. Das Aussterben gehört zur Existenz einer Art dazu. Manchmal geschieht dies in erdgeschichtlich kurzer Zeit in großem Umfang, wie es uns das Verschwinden der Dinosaurier eindrucksvoll vor Augen führt.
Schuld an ihrem Untergang war vermutlich die Veränderung des Weltklimas nach einem Meteoriteneinschlag. Mittlerweile hat die Erde viele Tier- und Pflanzenarten kommen und gehen sehen. Doch seit einigen Jahrhunderten hat sich dieser Prozess beschleunigt. Eine neue Macht ist dazu gekommen – der Mensch. Durch seine Aktivität sind Hunderte von Arten ausgestorben, und ihre Zahl nimmt rapide zu, heißt es in der Ausstellungsankündigung.

Görlitzer Naturkundemuseum erzählt die Geschichten von Dronte und Moa

Am Beispiel von drei ausgerotteten Vogelarten der Dronte, dem Moa und dem Riesenalk sowie der Stellerschen Seekuh, schildert die Ausstellung „Tot wie ein Dodo“ schlaglichtartig, warum Arten aussterben und was wir heute noch über sie wissen.
Beeindruckende lebensgroße Inszenierungen zeigen den Moment, in dem die letzten ihrer Art ihrem traurigen Schicksal entgegen gehen. In der Schau geht es aber auch um aktuelle Aussterbe-Kandidaten wie den Eisbären und Tiere, die durch Artenschutz hoffentlich noch einmal davongekommen sind.

Besucher des Görlitzer Naturkundemuseums können abtauchen mit schönen Bildern

Nach diesem aufregenden Thema können die Besucherinnen und Besucher unter Wasser entspannen. Zumindest im übertragenen Sinn. Senckenberg zeigt die diesjährigen Siegerfotos der Internationalen Meisterschaften der Unterwasserfotografie des Verbands Deutscher Sporttaucher.
Und so können Besucher trockenen Fußes die Geheimnisse heimischer Seen und tropischer Korallenriffe ergründen und dabei winzigen Seepferdchen, skurrilen Weihnachtsbäumen und aufgebrachten Meeresgeistern begegnen, die filigrane Schönheit mikroskopischen Lebens bewundern oder sich von der Mystik dämmeriger Unterwasserwelten bezaubern lassen.
Die Ausstellung „Tot wie ein Dodo“ ist bis zum 26. September zu sehen. „Leben unter Wasser 2020“ wird bis zum Herbst 2021 gezeigt.

Anmeldung erforderlich


Der Museumsbesuch ist nur nach vorheriger Anmeldung gestattet. Dafür kann man die Rufnummer 03581 47605220 nutzen. Das Museum ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.