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| 11:32 Uhr

Lausitzer Brauchtum
Mulkwitzer wollen wieder zampern gehen

 Blick auf die Mulkwitzer Zampergesellschaft im Jahr 2017. Seit nunmehr 30 Jahren wird dieser Brauch von Dorfklub und Feuerwehr alljährlich organisiert.
Blick auf die Mulkwitzer Zampergesellschaft im Jahr 2017. Seit nunmehr 30 Jahren wird dieser Brauch von Dorfklub und Feuerwehr alljährlich organisiert. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Mulkwitz. Zum 30. Mal laufen die Einwohner in bunten Kostümen durch ihr Dorf. Die erzamperten Einnahmen werden in weitere Traditionen investiert. Von Torsten Richter-Zippack

Autofahrer sollten am Sonnabend, 2. Februar, in Mulkwitz ihre Portmonees bereithalten. Denn an der Neustädter Straße wird eine Zollstation aufgestellt, kündigt Lydia Mettke vom Dorfklub an. Gestalten in bunten Kostümen wollen um einen kleinen Obolus bitten. Schließlich ist Zamperzeit. Bereits zum 30. Mal gehen die Mulkwitzer diesem Lausitzer Brauch nach. Ein spezielles Thema gibt es allerdings nicht. „Dadurch entsteht ein buntes Bild an Kostümen“, sagt Mettke.

Zum traditionellen Familienzampern sind alle Einwohner eingeladen, egal ob jung oder alt, groß oder klein. Dabei handelt es sich um eine Zusammenkunft von Mulkwitzern, ihren Kindern und Enkelkindern, auch wenn diese schon nicht mehr im Dorf wohnen. „Ein Treffen, die vielen die Gelegenheit gibt, voller Freude einen Tag mit einander zu verbringen. Ein Tag voller Witz und mit Kontakt zu jedem Einwohner in Mulkwitz“, sagt Lydia Mettke. Ein wenig Fitness sollten die Teilnehmer allerdings mitbringen. Schließlich gilt es, um die 70 Gehöfte anzulaufen. Da kommen mal locker 14 Kilometer zusammen. Das entspricht in etwa der Entfernung von der Mulkwitzer Außenhalde bis ins Stadtzentrum von Weißwasser. Für die passenden Töne sorgen die Lausitzer Blasmusikanten.

 Mitte der 1990er-Jahre ließen die Mulkwitzer Zamperer sogar ein Ufo in ihrem Dorf landen.
Mitte der 1990er-Jahre ließen die Mulkwitzer Zamperer sogar ein Ufo in ihrem Dorf landen. FOTO: Lydia Mettke

Das Mulkwitzer Familienzampern ist aus dem Zampern der Jugend hervorgegangen. Der Brauch wird seit genau 30 Jahren vom Dorfklub mit Unterstützung der örtlichen Feuerwehrkameraden organisiert. Ausgefallen ist der Brauch während dieser Zeit nie. „Wind und Wetter trotzen wir voll Energie und Freude“, erklärt Lydia Mettke das Erfolgsrezept. Die Einnahmen werden ausschließlich für die im Jahr anstehenden Veranstaltungen genutzt. Hierzu gehören die Feiern zum Frauentag, Hexenbrennen, Maibaumstellen, Kindertag, Maibaumwerfen, Oktoberfeuer mit Fackelumzug, Seniorenweihnachtsfeier und die obligatorische Neujahrswanderung. „Der wichtigste Punkt für uns ist aber, dass die Tradition bewahrt wird“, sagt die Dorfklubchefin.