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Müll-Touris verärgern mit ihrem Dreck Halbendorfer

Stefanie Peto und Olaf Hanusch.
Stefanie Peto und Olaf Hanusch. FOTO: ni
Halbendorf. Die Müll-Touris, die ihren Dreck säckeweise an der Verbindungsstraße zwischen Dorf- und Bahnhofstraße entladen, sind den Halbendorfern seit Jahr und Tag ein Dorn im Auge. Sonnabend haben Mitglieder vom Jugendclub die Initiative ergriffen und in dem Bereich aufgeräumt.

"Rund zehn Kubikmeter haben wir schon weggefahren", berichtet Olaf Hanusch.

Was er und seine Mitstreiter Stefanie, Peter, Linda, Maik, Daniel und Arienne alles unter Büschen und Bäumen hervorzogen, spottet jeder Beschreibung: "Fernseher, Couch, DVD-Porno-Sammlung, alte Reifen, normaler Hausmüll und Laub en gros. Sogar Mutterboden, der sorgfältig in blaue Säcke verpackt war", zählt Olaf Hanusch auf.

Die Jugendlichen ärgert es, dass dieser Bereich immer wieder zur illegalen Mülldeponie umfunktioniert wird. "Da leisten sich die Leute teuren Wein, wie einige Flaschen beweisen, schaffen es aber nicht, ihren Müll wie ein ordentlicher Mensch zu entsorgen."

Stefanie Peto fehlen die Worte. Am liebsten würde sie bei den Leuten klingeln gehen, von denen sich Briefe in den Dreckbergen fanden, und sie zur Rede stellen.

"Es wurde wieder mal Zeit, hier zu entrümpeln. Aber wer weiß, wie lange es sauber bleibt", fragt sich Daniel Hottas. Schon als er Zivi in Halbendorf war, hat er hier entrümpelt. "Und das war vor 14 Jahren", rechnet er vor. Dabei wird die Fläche ja zwischendurch immer wieder im Auftrag der Gemeinde entmüllt, weiß Olaf Hanusch. Aber kurz darauf das gleiche Bild: blaue Säcke, wohin das Auge schaut. Das Ärgerliche sei, dass es ausreichend legale Möglichkeiten gibt, seinen Müll zu entsorgen, ohne dafür die Natur zu missbrauchen. Vieles von dem, was sich in den Wäldern findet, gehört in den gelben Sack, und die werden nach wie vor kostenlos einmal im Monat durch den Entsorgungsbetrieb abgeholt. "Und für anderes gibt es in Weißwasser die offizielle Mülldeponie", so Olaf Hanusch kopfschüttelnd.

Das Thema Müllablagerung spielte in den vergangenen Jahren immer wieder in den Beratungen des Gemeinderats eine Rolle. Bürgermeister Helmut Krautz und die Räte hatten so manche Idee, wie man den Müll-Touris das Handwerk legen könnte. Einen Zaun aufstellen gehörte dazu. Oder eine versteckte Kamera installieren. Neu-Gemeinderat Olaf Hanusch würde am liebsten an die letzte Idee anknüpfen.