ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:58 Uhr

Müll geht tonnenweise in Flammen auf

Sorgt im Kranleitstand der Thermischen Abfallbehandlungsanlage in Lauta für Nachschub in den Verbrennungsanlagen: Robert Kreisel.
Sorgt im Kranleitstand der Thermischen Abfallbehandlungsanlage in Lauta für Nachschub in den Verbrennungsanlagen: Robert Kreisel. FOTO: Hartmut Landes
Lauta. Das Jahr 2013 wird als ein erfolgreiches in die Geschichte der Müllverbrennungsanlage Lauta eingehen. Die Anlage war im Vorjahr voll ausgelastet, resümierten Geschäftsführer Uwe Zierl und Betriebsleiter Rainer Kühne. Hartmut Landes

Die zweimillionste Tonne Müll rollte am 3. Juni 2013 durchs Tor der Thermischen Abfallbehandlungsanlage (TA) Lauta. Eine von 228 000, die im vergangenen Jahr dort verbrannt wurden. Damit war die TA Lauta im neunten Jahr nach ihrer Eröffnung voll ausgelastet. Sehr zur Freude von Geschäftsführer Uwe Zierl und Betriebsleiter Rainer Kühne, die nach dem Ausscheiden von Hartmut Jäger in den Ruhestand seit Jahresbeginn in neuen Funktionen für das Vattenfall-Unternehmen verantwortlich sind.

Leicht sei es nicht gewesen, die TA Lauta auf Erfolgskurs zu steuern. So sei es erfreulich, mit dem Landkreis Nordsachsen einen neuen Kunden zu haben, mit dem die Abnahme von 15 000 Tonnen Hausmüll pro Jahr vereinbart wurde.

Der Regionale Abfallverband Oberlausitz-Niederschlesien (Ravon), mit dem vertraglich 110 000 Tonnen Haus- und Gewerbemüll als Liefermenge vereinbart ist, schaffte im Vorjahr 76 500 Tonnen. Finanziell gereicht dieses Defizit der TA nicht zum Nachteil, wohl aber der Ravon. Dennoch musste der Anlagenbetreiber von anderen Kunden die fehlende Menge beschaffen, um die Anlage auszulasten.

Rund 134 000 Megawattstunden Strom hat die TA im Vorjahr aus der Verbrennung der Abfälle erzeugt und davon 114 000 MWh in das öffentliche Netz eingespeist. Darüber hinaus sind 10 800 MWh Prozesswärme für ein benachbartes Unternehmen im Gewerbegebiet Lauta geliefert worden.

Laut Zierl erlöst das Stromgeschäft annähernd ein Drittel des Gesamtergebnisses der TA Lauta, bei Wärme sei es ein verschwindend geringer Anteil. "Wir wünschten uns mehr Abnehmer unserer Wärme in der Nähe", sagt er mit Blick auf das Gewerbegebiet. Und auch das Stromgeschäft sei Schwankungen unterworfen, ist doch der Strompreis an der Börse in den vergangenen Jahren um mehr als die Hälfte gefallen.

Betriebsleiter Kühne verweist auf das strenge Instandhaltungs- und Wartungsregime in der hochmodernen Anlage. Aufgrund verschärfter Immissionsschutzgrenzwerte führe dies zwar "tendenziell zu höheren Betriebskosten", aber auch zu mehr Umweltfreundlichkeit. Zwei Mal pro Jahr werden intensive Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt, für eine Woche wird dabei der Verbrennungsprozess gestoppt. "Wir werden den Betrieb so weiterführen und planen keine technischen Änderungen", sagt Kühne. Es gebe keinen Grund. Eine Messung hatte 2013 einen erhöhten Ammoniakwert ergeben. Diesen Mangel habe man umgehend korrigiert. Ursache war ein fehlerhafter Katalysator.

2014 gebe es kleinere Investitionen. So ist der Ersatz eines Krangreifers geplant. Kosten: 60 000 Euro. Kühne betont: "Wir wollen ein ganz normales Unternehmen sein, auf das die Bürger der Region ein Stück weit stolz sind." Deshalb soll das zehnjährige Bestehen mit den Bürgern gefeiert werden. An einem Tag im September 2014.