"Die Massen am Sonntag haben uns für den Sonnabend entschädigt." Wehrleiterin Nicole Paulick macht einen Tag nach den Feierlichkeiten aus ihrem Herzen keine Mördergrube. Die wenigen Besucher am Samstag seien schon enttäuschend gewesen. Denn die Vereine und ihre Helfer aus dem Dorf hatten viel, viel Mühe und Kraft in die Vorbereitungen gesteckt und ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. "Aber Sonntag platzte das Festzelt dann fast aus den Nähten", freute sich die Wehrleiterin. An diesem Tag gaben die Spielleute den Ton an. Mit dem Schalmeienorchester aus Rohne, den Spielmannszügen aus Nochten und Wiednitz-Schwarzkollm feierten die Mühlroser stimmungsvoll ihr 40-jähriges Bestehen und unterhielten die Besucher bestens.

Sonnabend stand die Jubiläumswehr im Mittelpunkt. Sie hatte sich Kameraden aus den umliegenden Dörfern zum Wettkampf im Feuerwehrsport eingeladen. Beim Saugleitungenkuppeln, Schläucheverbinden und Löschangriff hetzten die Teams in zwei Läufen über den Mühlroser Rasen. Und wie bei den Wettkämpfen in den vergangenen Wochen rannten erneut die Trebendorfer ihren Kontrahenten davon. Riesengroß deshalb auch die Freude bei den Männern (2. Mulkwitz, 3. Groß Düben) und den Oldies (2. Rohne, 3. Mulkwitz). Hut ab auch vor den Mulkwitzerinnen. Sie starteten wiederum durch auf das oberste Treppchen, gefolgt von den flotten Damen aus Rohne. Tröstende Worte gab es von Wehrleiterin Nicole Paulick für ihre "Würfel-Truppe", wie sie sagte. Denn die "Geburtstagskinder" mussten sich mit dem letzten von sechs Plätzen zufriedengeben.

Doch am Sonnabend ging es längst nicht nur um Geschwindigkeit beim Feuerwehrsport, sondern genauso um Geschicklichkeit bei der Höhenrettung. Danny Kliemann und Jana Kubatzki ließen sich samt Korb von einem Kran aus dem Fuhrpark von Mario Klar in die Höhe hieven. SIE ließ sich aus etwa acht Metern abseilen. ER suchte die Herausforderung aus doppelter Höhe und verpasste den Zuschauern einen kleinen Schock. Denn nach etwa einem Drittel abwärts steckte der Feuerwehrmann fest. Er war, um im Fachjargon zu bleiben, in die zweite Sicherung gefallen und probierte nun, sich daraus zu befreien. Mit Helm, Sicherheitsausrüstung und dem Eigengewicht in luftiger Höhe absolut sehenswert. Doch K kommt von Können, und so landete der Mühlroser einige Minuten später sicher auf dem Rasen.

Die spaßige Seite eines Einsatzes und ihr schauspielerisches Talent bewiesen am Sonnabend auch die Grauen Wölfe. Günter Kliemann und Willi Zschippang mit ihren Kameraden von der Historischen Feuerwehr "bekämpften" ein brennendes Häuschen mit ihrer Handdruckspritze Köbel, Baujahr 1923. Unterstützt wurden sie von Schleifer Kameraden, die ihre Handdruckspritze aus den 30er-Jahren ins Nachbardorf mitgebracht hatten.