Die Mühlroser fordern schon seit zwei Jahren eine Alternative. Um so unverständlicher, so Bürgermeister Peter Mäkelburg, dass sich Vattenfall ablehnend verhalte. Die Beratung habe ihm die Augen geöffnet, sagte er im Rat. „Uns bleibt nichts anderes übrig, als nun selbst Termine zu setzen und alles in Protokollen festzuhalten. Anders geht es nicht mehr.“ In dieser Meinung wurde er vom Mühlroser Wolfgang Martin unterstützt.
Indem der Rat dann aber beschloss, dass Vattenfall den Weißwasserweg, einige sagen auch Mühlroser Weg dazu, noch im Oktober mit einer Breite von vier Metern befestigen soll, machten sie mit ihrem Vorhaben Ernst. Mit dieser Variante verkürzt sich der Weg der Mühlroser, aber auch der von Rettungsfahrzeugen usw. von jetzt zwölf auf dann acht Kilometer. Die Mühlroser wollen auch eine Tonnagebegrenzung auf 2,8 Tonnen. Denn sie machen sich so ihre Gedanken, weil besagter Weg in den letzten Tagen schon geschoben und verbreitert wurde, ohne dass die Gemeinde über den Grund informiert wurde. Die Vermutung der Mühlroser lautet: Der Tonschacht, der an diesem Weg liegt, soll abgebaut werden. Einen damit verbundenen Lkw-Verkehr wollen die Mühlroser mit der Tonnagegrenze verhindern. Der Rat beschloss ebenso einstimmig, dass die Kreisstraße von Mühlrose nach Schleife dann im ersten Halbjahr 2006 gemacht werden soll. Der vers prochene straßenbegleitende Radweg soll im zweiten Halbjahr folgen.
Auch wenn die Mühlroser wissen, dass der Weißwasserweg nur eine Zwischenlösung ist, die in acht Jahren etwa auch wieder wegkommt, pochen sie darauf. „Mühlrose ist laut Umweltgutachten vom nahenden Tagebau Nochten besonders arg getroffen. Vattenfall muss deshalb für Bedingungen sorgen, die das Leben hier noch lebenswert machen“ , fordert Ortsvorsteherin Rosemarie Noack. Die Räte geben ihr Recht. „Noch hat der Freistaat nicht darüber entschieden, ob Vattenfall das beanspruchte Vorranggebiet bekommt oder nicht. Also muss man alles dafür tun, dass es sich hier leben lässt“ , fordern die Mühlroser. Erst Dreck schlucken, dann wegbaggern - das kann nicht sein, so Mäkelburg. Noack fügte an: Man kann uns nicht auf Verdacht einschränken. Domowina-Regionalsprecher Manfred Hermasch brachte es auf den Punkt: Die Lasten, die die hiesigen Dörfer für das gesamte Land tragen, müssen entsprechend berücksichtigt werden. „Wir können, wenn es um Fördermittel geht, nicht mit anderen, denen es gut geht, mit einer Elle gemessen werden. Das Land muss das berücksichtigen.“ Doch genau diese Sicherheit haben die Dörfer derzeit nicht. Fördermittelanträge für das Gemeindezentrum Mühlrose und auch für die Kita Trebendorf wurden abgelehnt. „Und das darf nicht sein“ , war sich der Rat einig.