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| 15:07 Uhr

Mühlrose
Mühlroser bangen weiter um ihre Zukunft

Trebendorf. Die Leag macht die Unterzeichnung des Umsiedlungsvertrages von den Ergebnissen der Kohlekommission abhängig. Von Christian Köhler

Mit gemischten Gefühlen harren derzeit die Trebendorfer und Mühlroser der Dinge, die da kommen mögen. Schließlich wird es vonseiten der Lausitz Energie Bergbau AG (Leag) vorerst keine Unterschrift unter den Umsiedlungsvertrag geben. „Bei der Barbarafeier in Cottbus wurde mir gesagt, der Aufsichtsrat der Leag hat den Vorstand ermächtigt, den Vertrag zu unterzeichnen“, informiert Bürgermeister Waldemar Locke (CDU) am Mittwochabend die Gemeinderäte in Trebendorf, „aber man will zunächst die Ergebnisse der Kommission für Strukturwandel, Wachstum und Beschäftigung abwarten.“ Das bestätigt Leag-Sprecher Thoralf Schirmer auf RUNDSCHAU-Nachfrage: „Es ist richtig, dass der Aufsichtsrat dem Umsiedlungsvertrag zugestimmt und den Vorstand ermächtigt hat, diesen zu unterzeichnen“, erklärt er. Allerdings „nur unter der Voraussetzung, dass die Ergebnisse der Kommission nicht dem Revierkonzept entgegenlaufen“.

Die Kommission ihrerseits hatte zunächst den Plan, bis Dezember erste Ergebnisse zum Kohleausstieg in Deutschland vorzulegen und der Bundesregierung ein Ausstiegsdatum vorzuschlagen. Allerdings werde man die selbst gesteckten Ziele nicht halten können und verschob die Präsentation der Ergebnisse auf Mitte Februar des kommenden Jahres. Das wiederum hat nun Konsequenzen – vor allem für die Mühlroser. Denn die müssen wohl oder übel deshalb auf die Unterzeichnung des Vertrages warten. Und wenn die Kommission „neue Tatsachen schafft, müssen wir die Situation neu bewerten“, erklärt Thoralf Schirmer. Heißt im Klartext: Eine Unterschrift unter den Vertrag ist nicht sicher.

„Ich habe langsam Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Leag“, erklärt beispielsweise Gemeinderat Uwe Radtke. Ihm sei klar, „dass alles von der Bundesregierung abhängt“, aber die Mühlroser „warten nun schon seit Jahren auf eine Entscheidung“. Schon einmal hatte sich der Trebendorfer Ortsteil in so einer Lage befunden, als es um den Aufschluss von Nochten-II ging. Seinerzeit hatte man ebenfalls einen Vertrag mit Vattenfall ausgehandelt, der letztlich nicht unterschrieben wurde. „Es fehlt hier einfach die Menschlichkeit“, sagt Uwe Radtke, „und ich habe langsam Angst um die Mühlroser.“ Sabine Ladusch, Sachbearbeiterin Bergbau bei der Gemeinde, berichtet, dass sie mit Leag-Umsiedlungsmanager Martin Klausch gesprochen habe, „der erklärte, dass das Unternehmen ebenfalls eine Klärung vor dem 1. April 2019 haben will“. An diesem Datum soll der Vertrag eigentlich in Kraft treten.

Unterdessen versucht es Waldemar Locke positiv zu sehen, dass das Vertragswerk „ohne Abstriche“ den Leag-Aufsichtsrat passierte. „Wir müssen noch weitere Wochen warten, aber das stehen wir auch noch durch.“

Dem Bürgermeister seien zudem bereits erste Termine zum Teilfeld Mühlrose genannt worden. „Die Auskohlung für das Teilfeld ist für die Jahre 2029 bis 2041 vorgesehen“, berichtet er. Auch einen Termin für die spätere Flutung des späteren Restloches gebe es schon: „Im Jahr 2075 soll ein See mit der Größe von 2000 Hektar entstehen“, so Locke. Damit werde der spätere See zum größten in ganz Sachsen. Der bisherige größte See, der Bärwalder See, nämlich hat eine Fläche von 1345 Hektar.